Dieses Bild wurde von künstlicher Intelligenz generiert. Als Vorlage diente ein Instagram-Post der Stadtwerke Dreieich, deren Wasserampel auf Rot steht.

Dieses Bild wurde von künstlicher Intelligenz generiert. Als Vorlage diente ein Instagram-Post der Stadtwerke Dreieich, deren Wasserampel auf Rot steht.

Bild: © ZFK/KI-generiert

Grün heißt Alltag, Gelb heißt sparen, Rot heißt dringend sparen: Eine Reihe von Wasserversorgern nutzt Wasserampeln, um auf Trockenheit und hohe Verbräuche zu reagieren.

In Oberursel steht die Ampel inzwischen auf Rot. Die Farbe sei kein Zeichen einer akuten Versorgungskrise, ordnete eine Stadtwerke-Sprecherin ein. "Sie ist vielmehr ein Frühwarnsignal und eine vorsorgliche Maßnahme, damit die Versorgungssicherheit auch in den kommenden Wochen und Monaten zuverlässig gewährleistet bleibt."

Wasser auf Friedhöfen abgestellt

Die Wassersituation in Oberursel, wo rund 48.000 Menschen leben, hat sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Die Ursache dafür beschreiben die Stadtwerke so: Im Rhein-Main-Gebiet fehlen seit langer Zeit ergiebige Niederschläge, die Böden, Quellen und Grundwasservorkommen wieder auffüllen könnten. Zugleich steigt der Wasserverbrauch in warmen Monaten deutlich. "Vereinfacht gesagt: Es wird aktuell mehr Wasser benötigt, als auf natürlichem Weg nachkommt."

Im Juni schränkte der Hochtaunuskreis die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen und Seen ein. Inzwischen ist auch auf Friedhöfen das Wasser abgestellt, die Rasenbewässerung von Sportanlagen wurde auf ein Minimum reduziert. Oberursel drohe ein "Trinkwasser-Notstand", teilte das Rathaus mit. Wassersparen ist also dringend geboten. Die rote Ampel soll das sichtbar machen.

Leitfaden zu Wasserampel

Rechtliche Vorgaben zu Wasserampeln gibt es in Deutschland nicht. Das hessische Umweltministerium hat allerdings einen Leitfaden veröffentlicht. Demnach soll die Wasserampel den Verbrauchern Orientierung für ihren Umgang mit Wasser geben und den Versorgern ermöglichen, auf die Wasserabnahme einzuwirken.

Das Ministerium bezeichnet die Wasserampel als ein für Kommunen "geeignetes Instrument". Zugleich warnt es vor einem unreflektierten Einsatz: Wenn absehbar sei, dass die Ampel auch während länger anhaltender trockener Hitzeperioden wegen einer guten Versorgungslage nicht auf Gelb oder Rot gestellt werden müsse, solle eine solche Ampel gar nicht erst eingeführt werden. Eine dauerhaft grüne Wasserampel könne vielmehr zu einem wenig sensiblen Umgang mit der Ressource einladen.

Auf den Seiten deutscher Wasserversorger fanden sich am Freitag Ampeln in allen drei Farben. In Kassel, Kaiserslautern und Bielefeld zeigte die Ampel Grün. Beim Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband in Brandenburg und bei der Gelsenwasser-Tochter VGW stand sie auf Gelb. In Bad Oeynhausen und Dreieich war bereits Rot erreicht. Am Freitag sprangen zudem im bayerischen Landkreis Aschaffenburg viele Wasserampeln auf Rot.

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Gelbe Ampel in Bad Nauheim: Abnahmemengen konstant hoch

Auch die Stadtwerke Bad Nauheim in Hessen setzen auf eine Wasserampel. Aktuell leuchtet sie Gelb. Der Grund: Der Trinkwasserverbrauch im Versorgungsgebiet liegt deutlich über dem Durchschnitt. Gleichzeitig ist die Verfügbarkeit von Grundwasser bereits stark eingeschränkt.

Bislang konnten die Stadtwerke aber keine nennenswerten Verhaltensänderungen bei Verbrauchern feststellen. "Die Abnahmemengen bewegen sich weiterhin auf einem konstant hohen Niveau", teilte das Unternehmen mit.

Dabei bleibt die Lage angespannt. "Unser Vorlieferant, von dem wir rund 80 Prozent unseres Trinkwassers beziehen, hat bereits eine Engpasssituation kommuniziert", erklärte ein Sprecher. Um Verbrauchsspitzen abzufedern, setze das Unternehmen derzeit weiterhin verstärkt auf Appelle an die Bevölkerung.

"Als Trinkwasserversorger würden wir uns jedoch wünschen, dass der rechtliche Rahmen angepasst wird und wir dadurch wirksame Handlungsmöglichkeiten erhalten, um die Trinkwasserversorgung auch in kritischen Phasen verbindlich sicherzustellen", fügte der Sprecher hinzu.

Gute Ampel-Erfahrungen in Oberursel

Die Stadtwerke Oberursel haben mit ihrer Wasserampel bislang gute Erfahrungen gemacht. Als sie im Juni auf Gelb schalteten, änderte sich auch der Verbrauch "spürbar". Da die Trockenheit anhielt, musste der Versorger die Ampel Ende Juli trotzdem auf Rot stellen. Seitdem hätten sich die Wasserabgabemengen auf einem "weiterhin hohen, aber beherrschbaren Niveau" stabilisiert, teilten die Stadtwerke mit.

Die bisherigen Daten zeigten, dass viele Bürgerinnen und Bürger die Hinweise der Stadtwerke ernst nähmen und ihren Wasserverbrauch bewusst hinterfragten, erklärte die Sprecherin. "Dafür bedanken wir uns."

Wasserverbrauch in Oberursel

In Kürze

Der tägliche Trinkwasserverbrauch in Oberursel lag von Freitag, 31. Juli, bis zur Mitte der vergangenen Woche zwischen rund 6800 und 8000 Kubikmetern pro Tag, teilten die Stadtwerke mit. Bereits im Juni wurden vereinzelt Tagesverbräuche von deutlich über 9000 Kubikmeter erreicht. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei rund 7000 Kubikmetern pro Tag.
Für die Entscheidung zur roten Trinkwasser-Ampel seien jedoch nicht einzelne Verbrauchsspitzen ausschlaggebend gewesen, teilten die Stadtwerke mit. Solche Tage habe es auch in den vergangenen Jahren gegeben. Entscheidend sei vielmehr die anhaltende Trockenheit in der Region und die daraus resultierende Belastung der natürlichen Wasserressourcen.


Dabei wollen die Stadtwerke mit ihrer Ampel nicht nur den Wasserverbrauch senken, sondern das Bewusstsein für die dahinterliegende Struktur schärfen. "Wasser kommt für die meisten Menschen selbstverständlich aus dem Hahn", erläuterte die Sprecherin. "Tatsächlich beginnt Versorgungssicherheit jedoch viel früher: bei ausreichenden Niederschlägen, gesunden Grundwasservorkommen und einer Infrastruktur, die auch in trockenen Sommern zuverlässig funktioniert."

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