Nach wochenlanger Trockenheit schränken immer mehr Landkreise und Kommunen in Deutschland die Entnahme von Wasser aus Flüssen, Seen und Bächen ein. Seit Freitag gilt beispielsweise auch in Münster (Nordrhein-Westfalen) eine entsprechende Allgemeinverfügung.
Weiter ging die bayerische Landeshauptstadt München. Sie untersagte das Waschen von Autos außerhalb von Waschanlagen sowie das Bewässern von Rasenflächen. Die Allgemeinverfügung lief am 1. August allerdings aus.
Große Akzeptanz in Bevölkerung
Im Auftrag des Nachrichtenportals Web.de führte das Meinungsforschungsinstitut Civey eine Umfrage zum Thema Wasserregulierung durch. Die Frage lautete: "Sollten Kommunen Ihrer Meinung nach den privaten Wasserverbrauch bei Wasserknappheit stärker regulieren, beispielsweise durch Verbote der Poolbefüllung oder der Bewässerung von Gärten?"
Ergebnis: 64 Prozent der Befragten stimmten generell einer Regulierung durch Kommunen beim Wasserverbrauch zu. Knapp die Hälfte antwortete sogar mit "Ja, auf jeden Fall".
Dem stehen 23 Prozent gegenüber, die solche Verbote ablehnen. 16 Prozent davon antworteten, sie stimmten einer Regulierung "auf keinen Fall" zu.
Jüngere und AfD-Anhänger lehnen Einschränkungen mehrheitlich ab
Web.de hat die Ergebnisse auch nach Altersgruppen auswerten lassen. Was dabei auffällt: Je älter die Befragten waren, desto höher fiel die Zustimmung aus. Bei den Über-65-Jährigen fanden drei Viertel, dass Kommunen den privaten Wasserverbrauch stärker regulieren sollten. Eine Mehrheit der 18- bis 29-Jährigen lehnte dies dagegen ab.
Interessant ist zudem die Zustimmungsrate nach Parteipräferenz. Die größte Zustimmung für kommunale Einschränkungen des Wasserverbrauchs findet sich bei Befragten mit Präferenz für die Grünen (89 Prozent). Auch bei Befragten mit Präferenz für die SPD (79 Prozent) und die Union (70 Prozent) befürwortet noch eine klare Mehrheit Verbote.
Bei Befragten mit Präferenz für die AfD ist dagegen nur eine Minderheit für eine kommunale Regulierung des privaten Wasserverbrauchs bei Wasserknappheit. Bei Befragten mit FDP-Präferenz sind es 50 Prozent.