Dresden verlängert das seit Juni geltende Wasserentnahmeverbot bis zum Jahresende. Grund ist laut der sächsischen Landeshauptstadt der anhaltende Niedrigwasserstand in den Bächen und Flüssen des Stadtgebiets. Viele der mehr als 500 Gewässer führen weiterhin zu wenig Wasser oder sind ausgetrocknet, teilte die Stadt mit.
Das Verbot gilt bis einschließlich 31. Dezember 2026. Demnach darf kein Wasser mittels Pumpen aus oberirdischen Gewässern im Stadtgebiet entnommen werden. Auch das Schöpfen mit Handgefäßen ist untersagt.
Betroffen sind unter anderem die Prießnitz, der Weißiger Dorfbach, der Schelsbach und der Tummelsbach; ausgenommen ist die Elbe. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Eine Beschränkung der Grundwasserbenutzung hält die Stadt derzeit nicht für nötig.
Oktober bislang deutlich zu trocken
Die Trockenheit zeigt sich auch in den Niederschlagsdaten: An der Messstation des Deutschen Wetterdiensts in Dresden-Klotzsche wurden im Oktober bis zum 25. Oktober erst 32,1 Millimeter Niederschlag gemessen – das entspricht 65 Prozent des durchschnittlichen Oktoberwerts im Zeitraum 1991 bis 2020.
Auch über das gesamte Jahr 2026 ist zu wenig Regen gefallen: Das Niederschlagssoll wurde in diesem Jahr nur in drei Monaten erreicht. Einmal fiel der Regen etwa 30 Prozent über dem Soll. In allen anderen Monaten blieb der Niederschlag unter dem üblichen Wert. Nach Angaben der Stadt kann nur lang andauernder, gleichmäßiger und ergiebiger Regen die Situation entschärfen.
Sorge vor trockenem Winter
"Sollte kein besonders nasser Winter kommen, blicken wir mit Sorge auf die Situation im nächsten Jahr", sagte Umweltamtsleiter René Herold. Das Defizit summiere sich immer weiter, wenn die Niederschläge niedrig blieben. Das werde Folgen haben: "Die lokalen Ökosysteme werden absterben. Die Situation an Kleingewässern ist ein Frühwarnsystem: auch der regionale Wasserhaushalt ist bedroht", erklärte Herold.
Das Umweltamt beobachtet die Dresdner Fließgewässer durchgehend. Laut der Behörde lag der Durchfluss an 75 Prozent der Beobachtungsstellen zwischen sehr niedrig und niedrig. Ende September waren die Gewässer an 14 Prozent der Beobachtungsstellen ausgetrocknet.
Die Behörde erklärt die Zusammenhänge so: Kleinere Bäche und Flüsse werden aus unterirdischen Speichern gespeist. Diese füllen sich erst wieder, wenn es lang anhaltend und viel regnet, damit die tieferen Bodenschichten durchfeuchtet werden. Ein solcher Regen ist für die Region Dresden jedoch kurz- bis mittelfristig nicht in Sicht.