UFZ-Experten vergleichen bei einer Fahrt auf der Elbe verschiedene Wasser-Probenahme- und -Untersuchungstechniken. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist Mitglied der Deutschen Wasserforschungsallianz.

UFZ-Experten vergleichen bei einer Fahrt auf der Elbe verschiedene Wasser-Probenahme- und -Untersuchungstechniken. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) ist Mitglied der Deutschen Wasserforschungsallianz.

Bild: © Andre Künzelmann/UFZ

Die Deutsche Wasserforschungsallianz (Water Science Alliance – WSA) begrüßt die jüngst vorgestellte Nationale Wasserstrategie des Bundesumweltministeriums. Die Gemeinschaft, in der sich die deutsche Wasserforschung disziplinen­übergreifend zusammengeschlossen hat, unterstützt insbesondere die Prinzipien der Inte­gration, Vorsorge und Orientierung am natürlichen Wasserhaushalt.

Die Umsetzung der Strategie erfordere innovative Konzepte basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, heißt es in einer Stellungnahme. Der  Schlüssel zum Erfolg sei dabei ein offener, systematischer Dialog unter Beteiligung aller relevanten Nutzergruppen, der öffentlichen Verwaltung, der Politik und der Wissenschaft.

Solide Datenbasis

Das Management von Wasserressourcen und Gewässern müsse laut WSA als Querschnittsaufgabe organisiert und dabei eine konse­quent integrative Perspektive eingenommen werden. Dies erfordere neue konzeptionelle Ansätze und Kooperationen – „eingebettet in eine solide Wissens- und Datenbasis über natür­liche und technische Wassersysteme und deren Interdependenzen“, so die Wasserforscher.

Die von der Politik formulierten Ziele seien in ihrer Gesamtheit begrüßenswert ambitioniert. Übergeordnetes Ziel sei, Wassersicherheit gleichermaßen für die menschliche Nutzung und die Gewässerökosysteme zu gewährleisten. Die Vision müsse dabei ein Null-Defizit-Ziel sein: D.h. Eingriffe in Wassersysteme sind nur dann vertretbar, wenn Ökosystemfunktionen erhal­ten oder verbessert werden.

Neue Prioritäten im Wassermanagement

Dieses Prinzip mache radikal neue Ansätze und Prioritäten für das Wasser- und Gewässermanagement erforderlich, nicht nur aus technischer Sicht, son­dern auch um Zielkonflikte zu minimieren und zu lösen. Politik und öffentliche Verwaltung müssten sich auf diese Herausforderungen einstellen.

Aus diesen Anforderungen leitet sich die Notwendigkeit ab, neue Konzepte und quantitative Werkzeuge des Wassermanagements zu entwickeln, so die WSA. Sie sind verbunden mit hohen Ansprü­chen an die Qualität und Quantität der zu erhebenden Daten sowie an die verwendeten Modelle und ihre konzeptionelle und datentechnische Kompatibilität. Dafür müssten – wie in der Klimaforschung – leistungsfähige Modell-Ensembles für die Entwicklung von Szenarien bereitgestellt werden.

Viele Wissenslücken

Als ein zentrales Instrumentarium für die Erarbeitung unmittelbar praxistauglichen Wissens sieht die WSA darüber hinaus die Einrichtung von Reallaboren. Sie erlauben es, die Gesamtheit der Einflussfaktoren und Wechselwirkungen in Gewässern und ihren Einzugsgebieten zu beurteilen. Das schließt menschliche Aktivitäten ein.

Trotz großer Fortschritte weist ein modernes integriertes Wassermanagement noch viele konzeptionelle Wissens- und Datenlücken auf, die die erfolgreiche Umsetzung der Nationalen Wasserstrategie behindern. Diese Lücken können durch ein langfristig angelegtes Wasserforschungs- und Entwicklungsprogramm geschlossen werden, das die schrittweise Umsetzung der Strategie unterstützt.

Entwicklung einer Gesamtperspektive
 

Für dringend erforderlich erachtet die WSA aus diesem Grund ein „Forschungsbegleitprogramm Nationale Wasserstrategie“. Aktuelle nationale und regio­nale Forschungsprogramme lieferten dazu wichtige Elemente. Sie greifen aber allein zu kurz. Grund sei, dass sie die in der Nationalen Wasserstrategie erkannte Bedeutung der quanti­tativen Abbildung der zentralen Prozesse aus einer Gesamtsystemperspektive heraus nicht angemessen widerspiegeln.

Erfolgversprechende Ansätze ähnlich ambitionierter nationaler Initiativen zur Stärkung der Forschung jenseits von Fachgrenzen, Ressortzuständigkeiten und Bund-Ländergrenzen existierten bereits in anderen Bereichen hoher Dringlichkeit, stellen die Forscher fest. (hp)




















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