Die anhaltende Trockenheit veranlasst manche Landkreise, ihre Maßnahmen zu verschärfen.

Die anhaltende Trockenheit veranlasst manche Landkreise, ihre Maßnahmen zu verschärfen.

Bild: © Thomas Warnack/dpa

Der Deutsche Wetterdienst machte es vor Kurzem offiziell: Der Juli war der fünfte Monat in Folge, der zu trocken war. Abgesehen von Berlin fiel in allen Bundesländern weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Während die Pegelstände an Flüssen wie dem Rhein weiter fielen, kletterten die Temperaturen im Westen der Republik auf bis zu 36 Grad Celsius.

Mit Trockenheit kennt sich Erfurt aus. Seit 2019 gilt dort eine Allgemeinverfügung, die die Wasserentnahme aus Fließgewässern einschränkt. Die Regelung sei erforderlich, um vorsorglich die Lebensgrundlage Wasser, die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die Natur und das Wohl der Allgemeinheit zu schützen und zu erhalten, ist in der Begründung zu lesen.

Erfurt und Gera: Einschränkungen seit 2019

"Es ist derzeit nicht absehbar, ob sich die klimatische Situation so weit entspannt, dass die Allgemeinverfügung wieder aufgehoben werden kann", teilte ein Sprecher der Landeshauptstadt mit.

Das thüringische Gera reagierte ebenfalls bereits 2019. Hier ist die Entnahme von Wasser aus Bächen und Teichen untersagt. Ausgenommen sind "das Tränken von Vieh und das Schöpfen mit Handgefäßen" sowie die Wasserentnahme aus dem Fluss Weiße Elster. Die Verfügung ist weiterhin gültig, weil sich die Gewässer "noch nicht wieder ausreichend regeneriert" hätten, ist auf der Website der 95.000-Einwohner-Stadt zu lesen.

Sonneberg: Nicht alle halten sich an Verbote

Seit 2022 untersagt der Landkreis Sonneberg im Süden Thüringens die Wasserentnahme aus Bächen, Flüssen und Seen. "Durch die Dürresommer der letzten Jahre hat der Wasserstand in hiesigen Gewässern stark abgenommen", teilt das Landratsamt mit.

Aber nicht alle halten sich an das Verbot. Laut Landratsamt gab es in diesem Jahr bereits zahlreiche Verstöße. Nach anfänglicher Anhörung und Ermahnung erhebe der Landkreis bei wiederholten Verstößen ein Bußgeld, hieß es. Bei kleineren Verstößen werden mehrere hundert Euro fällig, bei schwerwiegenden Verstößen mehrere tausend Euro sowie in Einzelfällen bis zu 50.000 Euro.

Reutlingen verlängert, Lörrach verschärft

Seit Ende Juni beschränkt der Landkreis Reutlingen (Baden-Württemberg) die Wasserentnahme. Jetzt hat er die Verfügung bis Mitte September verlängert.

Verboten sind etwa das Wasserschöpfen mit Handgefäßen oder der Einsatz von Pumpen. Für Flüsse wie den Neckar gibt es Ausnahmen. Das Landratsamt erklärt die Verlängerung so: "Die trockene Wetterlage und die Abflusssituation in den Gewässern hat sich seither nicht wesentlich geändert."

Das Landratsamt Lörrach (Baden-Württemberg) verschärfte seine Ende Juni erlassene Allgemeinverfügung Ende Juli. Schon davor war es verboten, Gärten und Sportanlagen zu bewässern oder Pools und Teiche zu füllen.

Inzwischen ist jede Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern untersagt. Ausgenommen sind das Tränken von Vieh sowie wasserrechtliche Erlaubnisse mit Niedrigwasserregelungen. Zudem ist nun das Betreten von Bächen und Flüssen durch Menschen und Haustiere verboten. Die Einschränkungen umfassen nicht den Rhein.

Wer das Verbot missachtet, muss mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro rechnen. Die Verfügung soll zunächst bis zum 17. September gelten.

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Brandenburg besonders betroffen

Zu den traditionell trockensten Regionen Deutschlands zählt Brandenburg. Laut Umweltministerium beschränkt dort bereits eine Mehrheit der Landkreise und kreisfreien Städte die Wasserentnahme per Allgemeinverfügung. In den Landkreisen Barnim und Märkisch-Oderland ist dies durchgängig seit 2020 der Fall, im Landkreis Oder-Spree seit 2022.

Erst vor Kurzem berief das Brandenburger Landesamt für Umwelt eine länderübergreifende Arbeitsgruppe ein, die auch Berlin und Sachsen umfasst. Das Ziel: eine bessere Verwaltung der verbliebenen Wasserreserven.

Nur wenig Entspannung dürften die kommenden Tage bringen, wenn der Deutsche Wetterdienst vereinzelt Schauer vorhersagt. Die Temperaturen fallen selbst dann selten unter 20 Grad Celsius.

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