André Bähler, Verbandsvorsteher vom Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE). Der Verband fördert aus den Tiefen des Urstromtals in Märkisch-Oderland Trinkwasser und versorgt damit etwa 170.000 Menschen. Auch die Tesla-Fabrik soll bald zu den Abnehmern gehören.

André Bähler, Verbandsvorsteher vom Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE). Der Verband fördert aus den Tiefen des Urstromtals in Märkisch-Oderland Trinkwasser und versorgt damit etwa 170.000 Menschen. Auch die Tesla-Fabrik soll bald zu den Abnehmern gehören.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Die Trinkwasserversorgung der Region ist bei einem weiteren Ausbau der Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin nach Ansicht des zuständigen Wasserverbands noch nicht gesichert. «Wie man die Bedarfe decken will, ist völlig offen», sagte der Vorsteher des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE), André Bähler, der Deutschen Presse-Agentur.

Er verwies auch auf die Ansiedlung anderer Unternehmen wie Zulieferer sowie auf neue Wohnungen für Beschäftigte. Niemand wisse, woher das Wasser für den zusätzlichen Bedarf kommen solle. Zur Wassererschließung für die erste Ausbaustufe der Fabrik in Grünheide liegt bereits ein Vertrag vor.

Umweltministerium beschwichtigt

Das Brandenburger Umweltministerium sieht bisher keinen neuen Handlungsbedarf. «Für weitere Ausbaustufen liegen uns noch keine Planungen oder Anträge vor», sagte Sprecherin Frauke Zelt. Sie verwies auch auf eine Arbeitsgemeinschaft zu Wasserperspektiven für das östliche Berliner Umland. Das Ministerium lasse zudem weitere Wasservorkommen erkunden, zum Beispiel im Raum Hangelsberg.

Tesla-Chef Elon Musk hatte bei einem Tag der offenen Tür in Grünheide am 9. Oktober gesagt, er wolle dort spätestens im Dezember mit der Produktion von Elektroautos beginnen. Der Zeitplan ist jedoch noch offen, denn die abschließende Genehmigung fehlt.

„Ergebnislose Diskussionen“

Nach einer Online-Erörterung von 800 Einwänden gegen die Fabrik untersuchen die zuständigen Behörden in Brandenburg, ob es erneuten Prüfungsbedarf gibt. Mehrere Umweltverbände haben eine Wiederholung gefordert. Sie begründeten das am Freitag unter anderem mit einem «schwerwiegenden» Verfahrensfehler des Landesamts für Umwelt (LfU), das für die Frage der Genehmigung der Fabrik zuständig ist.

Der WSE-Verbandschef hatte im vergangenen Jahr erstmals vor zu wenig Trinkwasser für den Fall gewarnt, dass es zu einem weiteren Ausbau der Fabrik kommt. Die rot-schwarz-grüne Brandenburger Landesregierung hatte damals darauf verwiesen, dass Gespräche dazu laufen. Nach Angaben von Bähler finden derzeit keine Beratungen statt. «Die Diskussion, die wir mit dem Land führen, ist völlig ergebnislos», kritisierte er. (dpa/hp)









Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper