Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Bild: © Henning Scheffen/STK

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil will die Belastung der Böden durch Düngemittel stärker verringern – dabei müssten aber verschiedene Nutzungsarten berücksichtigt werden. "Wir haben ein echtes Grundwasser-Problem durch die Nitrat-Belastung. Dieses Thema muss jetzt endlich angegangen werden", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Man müsse aber aufpassen, dass man nicht für einen guten Zweck eine in anderer Hinsicht wenig sinnvolle Maßnahme ergreife: "Für Grünlandbauern zum Beispiel bedeutet weniger Dünger, dass ihre Pflanzen weniger stark werden. Sie können dann auch weniger Nitrat und CO2 binden." Es könne am Ende schädlich sein, Grünland- und Ackerbauern gleich zu behandeln.

Zu viel Gülle und Kunstdünger

Im Agrarland Niedersachsen ist das Grundwasser seit Jahren auf 60 Prozent der Fläche von schlechter Qualität. Die Überdüngung durch die Massentierhaltung gilt als Hauptgrund – Bauern stehen in der Kritik, weil sie oft zu viel Gülle und Kunstdünger auf die Äcker kippen. Einheitliche Vorschriften für alle Landwirte sind jedoch schwierig. Mit Blick auf Ostfriesland, wo es besonders viel Grünland gibt, sagte Landesagrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU), sie bemühe sich um eine Ausnahme von Düngeeinschränkungen, die der Bund plane.

Brüssel macht Druck

Der Spielraum ist allerdings gering, weil Deutschland auch unter Druck aus Brüssel die Düngeregeln verschärfen muss. Die EU-Kommission hatte die Bundesregierung wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser verklagt und 2018 beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Recht bekommen. Sie prüft derzeit neue Vorschläge aus Berlin. (dpa/hoe)

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