Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) wird vorerst weiter die Abwässer des E-Autobauers Tesla entsorgen. Demnach stimmten die 16 Verbandskommunen am Dienstagabend bei einer Versammlung mehrheitlich für eine Aufschiebung der Entscheidung, die Abnahme von Abwasser der Tesla-Fabrik wegen überschrittener Grenzwerte vorläufig zu stoppen. Das sah eine Beschlussvorlage von WSE-Verbandsvorsteher André Bähler vor.
Angenommen wurde stattdessen ein Änderungsantrag, in dem der Vorstand des Wasserverbands den Informationen zufolge Bähler den Auftrag gegeben hat, über Gespräche mit dem E-Autobauer bis Mitte des Jahres zu einer Lösung des Problems zu kommen. Auch Tesla-Vertreter waren im nicht öffentlichen Teil der Sitzung dabei.
Warnungen von Tesla
Aus der WSE-Beschlussvorlage des Vorstehers war auch hervorgegangen, dass Tesla dem Wasserverband zufolge «ständig und in erheblicher Weise» Abwassergrenzwerte überschreite. Das betreffe die Werte für refraktären Phosphor sowie für Gesamtstickstoff.
Der US-Elektroautobauer Tesla hatte den WSE im Vorfeld vor einem Entsorgungsstopp beim Abwasser gewarnt. «Ihnen ist bekannt, dass der Stopp einer Einleitung der Abwässer der Gigafactory zu einem Produktionsstopp der Gigafactory führen würde. Ein solcher Beschluss verursacht täglich einen Schaden in Millionenhöhe», hieß es in einem Schreiben des Unternehmens an den Wasserverband.
Neuer Verbandsvorsitzender
Am Dienstag wurde auch ein neuer Verbandsvorsitzender bestimmt. Der Bürgermeister von Fredersorf-Vogelsdorf, Thomas Krieger, wurde von den 16 Mitgliedskommunen des WSE mit einer Gegenstimme gewählt.
Die Neuwahl wurde notwendig, nachdem der Vorgänger, der Bürgermeister von Erkner Henryk Pilz, im Streit um die Abwasserentsorgung der Tesla-Autofabrik im März nach einer Sondersitzung hingeschmissen hatte. (hp)


