Die außergewöhnlichen Maßnahmen, die der Wasserbeschaffungsverband "Am Wiehen" Ende Juni ergriffen hat, haben den Verbrauch etwas reduziert. Der Wasserlieferant in Hille (Ostwestfalen-Lippe), der die Versorgung von rund 100.000 Bürgern sichert, hatte zuvor die Wasserampel von "Rot" auf "Ausnahmezustand" gestellt.
Gleichzeitig wurde eine behördliche Verordnung erlassen, die den privaten Wasserverbrauch auf das Nötigste begrenzt. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern bis 1000 Euro geahndet werden. Diese Maßnahme wurde am Mittwoch, 24. Juni, erlassen, nachdem am Freitag, 19. Juni, die Abgabemenge mit 20,2 Millionen Litern einen neuen Spitzenwert erreicht hatte.
Dennoch ist die Lage weiterhin angespannt. Zwar wurde durch die Maßnahmen am Sonntag, 28. Juni, eine Verringerung auf 18,8 Millionen Liter erreicht, aber das geschah erstmals in der Hitzeperiode vom 18. bis 28. Juni, wie der WBV "Am Wiehen" berichtet.
Damit lag die tägliche Abnahmemenge beständig über der Wassermenge, die durch Eigenförderung aus 22 Brunnen und Zukäufen in die Hochbehälter nachgefüllt werden konnte. "Ein zunehmendes Defizit ist entstanden", heißt es in einem aktuellen Faktenpapier des Wasserverbands.
"Gemeinsamer Kraftakt"
Immerhin konnte der Pegel im zentralen Hochbehälter dabei stets über der kritischen Marke von 1,50 Metern gehalten werden, bei dessen Unterschreiten Schäden an der Technik eingetreten wären. Das sei vor allem der Solidarität mehrerer Versorgungspartner zu verdanken, meldet der WBV "Am Wiehen" und lobt dabei ausdrücklich den "gemeinsamen Kraftakt". Im kritischen Zeitraum seien täglich erhebliche Mehrmengen weit über die vertraglichen Liefermengen hinaus bereitgestellt oder über Notübergaben zusätzliche Wasserlieferungen möglich gemacht worden.
Die Partner
• Der WBV Kreis Herford-West, ein langjähriger Partner, lieferte täglich erhebliche Mehrmengen.
• Der WBV Wiehengebirge, ebenfalls ein langjähriger Partner, unterstützte mit zusätzlichen Liefermengen.
• Die Stadtwerke Espelkamp – ein neu gewonnener Partner, machte eine Notübergabe nach Hille möglich, direkt in das Netz des WBV Amt Hartum. Hierfür waren Umgliederungen der Fördermengen vom WBV Gehlenbeck zwischen den Stadtwerken Lübbecke und Espelkamp erforderlich.
• Der WBV Exter-Steinegge ist ein Partner, der die Stadtwerke Bad Oeynhausen bereits mehrfach bei Engpässen unterstützt hat.
Weitere Verbrauchsreduzierung nötig
Auf diese Weise wurde die kritische Situation der Hitzeperiode in der zweiten Juni-Hälfte gut gemeistert. "Damit sich unser Gesamtsystem wirklich erholen und die Versorgung über den Sommer dauerhaft gesichert werden kann, müssen wir gemeinsam auf 16 bis 17 Millionen Liter Trinkwasser am Tag kommen", sagte Verbandsvorsteher Michael Kasche.
"Hier setzen wir weiterhin auf die dauerhafte Unterstützung der Bevölkerung." Dabei werden eine Reihe kommunikativer Maßnahmen umgesetzt.
Medienkampagne
Um die Bevölkerung über alle Kanäle zu erreichen und zu informieren, wurde die gesamte
Hitzeperiode hindurch die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert – begleitet durch die lokalen und
überregionalen Medienvertretungen (Tageszeitungen, Hörfunk, Fernsehsender).
Sowohl der WBV "Am Wiehen" als auch die vier Verbandskommunen und deren Versorgungsbetriebe
informieren über regelmäßige Presse-Updates, die eigenen Webseiten und Social-Media-
Beiträge (Instagram/Facebook). Zudem wurden im Zuge der ordnungsbehördlichen Verordnung E-Mail- und Telefon-Hotlines in den Verbandskommunen eingerichtet sowie FAQs auf deren Webseiten bereitgestellt.
Verbandsgründung nach Trockenjahren
Neben der aktuellen Hitze und Trockenheit hat die Wasserknappheit im Verbandsgebiet des WBV "Am Wiehen" auch strukturelle Wurzeln: Der Wasserbeschaffungsverband wurde 1961 als Reaktion auf extreme Trockenjahre gegründet. 2019 und 2022 kam es zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung, die jeweils eine ordnungsbehördliche Verordnung notwendig machten.
Seit 2019 hat der WBV "Am Wiehen" deshalb ein umfangreiches Maßnahmenprogramm
umgesetzt, um diesen neuen Herausforderungen zu begegnen: Es wurden neue
Verbundleitungen geschaffen, ein zusätzlicher Hochbehälter mit 10.000
Kubikmetern Volumen in Betrieb genommen und ein weiterer Brunnen ging 2022 in
Betrieb, weitere Brunnenneubauten sind in Planung. Das dürfte vier bis fünf Jahre dauern.
Hinzu kommt ein wachsendes Problem bei der verfügbaren Jahresmenge durch die
Eigenförderung der Stadtwerke Bad Oeynhausen, die das Gesamtsystem unterstützt.
Die Eigenförderung stammt überwiegend aus Uferfiltrat der Weser und hängt somit
stark vom Weserwasserstand ab.
Nach dem trockenen Winter 2025/26 war dieser niedriger als üblich: Im ersten Quartal 2026 wurden dort rund 222.000 Kubikmeter gefördert – etwa 130.000 Kubikmeter weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Diese Menge fehlt in der verfügbaren Gesamtjahresmenge des WBV "Am Wiehen". Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist mit solchen Entwicklungen auch zukünftig zu rechnen.
Verbandsgründung nach Trockenjahren
Neben der aktuellen Hitze und Trockenheit hat die Wasserknappheit im Verbandsgebiet des WBV "Am Wiehen" auch strukturelle Wurzeln: Der Wasserbeschaffungsverband wurde 1961 als Reaktion auf extreme Trockenjahre gegründet. 2019 und 2022 kam es zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung, die jeweils eine ordnungsbehördliche Verordnung notwendig machten.
Seit 2019 hat der WBV "Am Wiehen" deshalb ein umfangreiches Maßnahmenprogramm umgesetzt, um diesen neuen Herausforderungen zu begegnen: Es wurden neue Verbundleitungen geschaffen, ein zusätzlicher Hochbehälter mit 10.000 Kubikmetern Volumen in Betrieb genommen und ein weiterer Brunnen ging 2022 in Betrieb, weitere Brunnenneubauten sind in Planung. Das dürfte vier bis fünf Jahre dauern.
Hinzu kommt ein wachsendes Problem bei der verfügbaren Jahresmenge durch die Eigenförderung der Stadtwerke Bad Oeynhausen, die das Gesamtsystem unterstützt. Die Eigenförderung stammt überwiegend aus Uferfiltrat der Weser und hängt somit stark vom Weserwasserstand ab.
Nach dem trockenen Winter 2025/26 war dieser niedriger als üblich: Im ersten Quartal 2026 wurden dort rund 222.000 Kubikmeter gefördert – etwa 130.000 Kubikmeter weniger als im gleichen Zeitraum 2025. Diese Menge fehlt in der verfügbaren Gesamtjahresmenge des WBV "Am Wiehen". Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist mit solchen Entwicklungen auch zukünftig zu rechnen.
