Bundesumweltminister Carsten Schneider und UBA-Präsident Dirk Messner bei der Pressekonferenz zu Klimabilanz und Projektionsbericht.

Bundesumweltminister Carsten Schneider und UBA-Präsident Dirk Messner bei der Pressekonferenz zu Klimabilanz und Projektionsbericht.

Bild: © BMUKN/Christophe Gateau

Deutschlands Klimabilanz für 2025 fällt ernüchternd aus: Der Treibhausgasausstoß liegt unter der erlaubten Jahreshöchstmenge – jedoch nur knapp. Vor allem in den Sektoren Gebäude und Verkehr stagniert die Minderung, wie Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, bei der Vorstellung der Klimabilanz 2025 und der Projektionen betonten. Wir haben uns die Bereiche Energiewirtschaft, Gebäude und Verkehr genauer angesehen. 

Emissionen liegen knapp unter Vorjahreswert 

Schneider stellte fest, dass der Blick auf die Emissionen des vergangenen Jahres ein gemischtes Bild ergibt. In vielen Bereichen sei eine Stagnation festzustellen. Die Emissionen seien im Vergleich zu 2024 kaum gesunken, nämlich nur um 0,1 Prozent.  

Dennoch unterschreiten die Emissionen des Jahres 2025 die nach geltendem Klimaschutzgesetz zulässige jährliche Gesamtmenge um rund 12,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. 

Zur Erinnerung: 2030 sollen die Treibhausgas-Emissionen auf 65 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Laut den aktuellen Projektionen ergibt sich für das Jahr 2030 eine Reduktion von bis zu 63 Prozent. Jedoch sind in die Berechnungen nur die bisher beschlossenen Maßnahmen eingeflossen. Schneider betonte, dass das neue Klimaschutzprogramm ergänzend zu diesen Maßnahmen hinzukommen soll. Das Programm soll Ende März im Kabinett beschlossen werden. 

CO₂-Ausstoß des Energiesektors gesunken 

Die Emissionen der Energiewirtschaft sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent gesunken. Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist signifikant fortgeschritten. "2025 war ein relativ windarmes Jahr, sodass die Gaskraftwerke stärker einspringen mussten", sagte Umweltminister Schneider.

Der Rückgang des Treibhausgas-Ausstoßes in diesem Sektor leistet noch immer einen überproportionalen Beitrag zur gesamten CO₂-Reduktion. Allerdings zeigen die Projektionen des Umweltbundesamts, dass dieser Beitrag kein Selbstläufer ist. Die Verringerung der klimaschädlichen Emissionen sei "maßgeblich durch den Ausbau der erneuerbaren Energien getrieben". Dieser Ausbau könne durch neue Gesetzgebungen gefährdet werden, heißt es in dem Bericht des Umweltbundesamts. Aktuelle politische Debatten wie das Netzpaket oder Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurden für den Bericht nicht betrachtet. 

Gebäude-Emissionen steigen an 

Nachdem der CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor 2024 im Vergleich zum Vorjahr noch um 2,3 Prozent gesunken war, erhöhte sich dieser Wert in 2025 um 3,4 Prozent. Den Anstieg im Vergleich zu 2024 führt der Bericht auf das kältere Wetter während der Heizperiode zurück. 

In seinen Projektionen setzt das Umweltbundesamt die Umsetzung der sogenannten 65-Prozent-Regel voraus. Demnach müssen neue Heizungen prinzipiell mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme betrieben werden.

Diese Vorgabe hat laut Umweltbundesamt von allen Maßnahmen im Gebäudeenergiegesetz den größten Anteil an der CO₂-Reduktion im Gebäudesektor. Im Nachfolgegesetz, dem Gebäudemodernisierungsgesetz, soll die Regelung gestrichen werden. Laut dem Eckpunktepapier zum Gebäude-Modernisierungsgesetz plant die schwarz-rote Regierung, diese Streichung mit der Einführung der sogenannten Biotreppe und einer Grüngasquote zu kompensieren.  

Eine Studie des Öko-Instituts hat auf Grundlage des Papiers die möglichen Auswirkungen der Gesetzesnovelle auf die Klimaziele untersucht. Die Autorinnen und Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Maßnahmen die Klimaziellücke in 2030 um fünf bis acht Megatonnen CO₂-Äquivalente vergrößern würden. Die Lücke liegt 2030 schon bei 25 Megatonnen CO₂-Äquivalente. 

Mehr dazu hier: Neues Heizungsgesetz: Missverständnis bei Eckpunkten?

Verkehrssektor bleibt Problemkind 

Die CO₂-Emissionen im Verkehr bleiben weiter zu hoch: Sie lagen 2025 um 1,5 Prozent höher als im Vorjahr. Der Bericht des Umweltbundesamts stellt fest, dass der Hochlauf der Elektromobilität nach wie vor zu langsam ist. Dabei stiegen die Zulassungszahlen von vollelektrischen Fahrzeugen um 45 Prozent im Vergleich zu 2024. Fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw war ein E-Auto. Das Umweltbundesamt sieht sowohl die Autoindustrie als auch die Bundesregierung in der Pflicht, die Elektromobilität weiter zu fördern: zum einen durch neue und günstigere Modelle, andererseits durch neue E-Auto-Förderprogramme des Bundes. 

Während der Covid-19-Pandemie ging der CO₂-Ausstoß im Verkehr wegen der Sonderregelungen stark zurück. Das Vorkrisenniveau wurde bisher nicht wieder erreicht: 2025 lag der Wert 10,5 Prozent unter dem von 2019. 

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