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„Greife neue Geschäftsmodelle an, bevor es andere tun“, so die Strategie von Michael Lucke, Geschäftsführer des Allgäuer Überlandwerks. Er sieht die Blockchain hierbei als eine von mehreren interessanten Technologien an. „Lokale Stromhandelsplattformen werden kommen“, unterstrich er bei einer Themensession beim BDEW Kongress 2018 am Mittwoch in Berlin.

Die Bedingungen im Allgäu sieht er hierbei aufgrund des hohen Anteils von Prosumern, davon viele Landwirte, als besonders günstig an. So hat das Überlandwerk bereits jetzt über 8000 Erneuerbare-Energien-Einspeiser und einen Anteil von erneuerbarem Strom von 43 Prozent. „Rund um die Blockchain werden künftig viele Akteure kommen, wir bauen darauf, dass wir dann als Dienstleister ins Spiel kommen“, so Lucke.

Aufbau einer Peer2Peer-Plattform bis Ende des Jahres

Die Allgäuer sind derzeit einer der Vorreiter bei Blockchain-Anwendungen für eine regionale Flexibilisierung von Erzeugung und Verbrauch. Zusammen mit dem Industriepartner Siemens soll bis Ende dieses Jahres eine Peer2Peer-Plattform für Energieverbraucher und -erzeuger nach Vorbild einer entsprechenden Blockchain-Plattform in Brooklyn/New York aufgebaut werden. Ein Mikrogrid wird in Wilpoldsried bei Kempten bereits gemeinsam mit Siemens betrieben. Erfolgreich getestet wurde bereits auch die Schwarzstartfähigkeit mittels Batteriespeichern.

„Was wir derzeit im Blockchain-Bereich machen, findet alles unter Laborbedingungen statt. Wenn der Gesetzgeber jetzt nicht bald zu Quark kommt und auch die entsprechenden Regulierungsbedingungen schafft, dann brauchen wir gar nicht erst anzufangen“, kritisierte Lucke. Reformbedarf sieht er vor allem den Netzentgelten, der Anreizregulierung, die Incentivierung von Netzdienstleistungen sowie die Vereinfachung des Peer2Peer-Handels auf der lokalen und regionalen Ebene. (hcn)

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