Wir setzen uns dafür ein, die Komplexität in den klassischen aber auch in neuen Marktprozessen nicht ausufern zu lassen, sondern sie umsetzbar zu gestalten. Gerade auch im Sinne der kleinen und mittleren Versorgungsunternehmen", sagt Edna-Geschäftsführer Richard Plum.

Wir setzen uns dafür ein, die Komplexität in den klassischen aber auch in neuen Marktprozessen nicht ausufern zu lassen, sondern sie umsetzbar zu gestalten. Gerade auch im Sinne der kleinen und mittleren Versorgungsunternehmen", sagt Edna-Geschäftsführer Richard Plum.

Bild: © Richard Plum

Ende des Jahres hatte die Bundesnetzagentur nach zahlreichen Stellungnahmen gegen den geplanten Termin im April den Termin für den Lieferantenwechsel innerhalb von 24 Stunden zwei Monate nach hinten verlegt. Der Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation hatte sogar für eine Verschiebung auf den Juli plädiert. Die ZfK hat bei Edna-Geschäftsführer Richard Plum nachgefragt.

Herr Plum wie bewerten Sie den neuen Termin 6. Juni für den Lieferantenwechsel innerhalb von 24 Stunden? Ist dieser nun eher realisierbar?

Laut einer Umfrage unter unseren Mitgliedern würden die Softwarehersteller im Edna Bundesverband auch zu Anfang April 2025 startbereit seien. Man muss allerdings wissen, dass der neue Prozess nicht kompatibel mit dem alten ist. Das bedeutet: Wenn Teile des Marktes im April noch nicht in der Lage wären, auf den neuen Prozess umzustellen, käme es tatsächlich zu erheblichen Problemen in der Marktkommunikation, denn dann laufen viele Wechselprozesse einfach nicht durch.

Wieso war die Verschiebung überhaupt notwendig. Die Softwarehersteller im Edna Bundesverband konnten bis zum Stichdatum 4. April 2025 die erforderlichen Funktionalitäten liefern. Woran hat es gehapert?

Alle betroffenen Unternehmen, Softwarehersteller wie Versorger, stehen seit Jahren unter erheblichem Druck, die vom Gesetzgeber und der Regulierung geforderten Anpassungen jeweils fristgerecht umzusetzen. Denn die Zeit ist in den meisten Fällen sehr knapp bemessen. Aber gerade weil es in diesem Fall keine Anpassung, sondern ein komplett neuer Prozess ist, der zudem nicht funktioniert, wenn nicht zahlreiche Prozessschritte automatisiert ablaufen – und alle Beteiligten mitziehen –, ist es auf jeden Fall gut, wenn genügend Zeit für Implementierung und Tests bleibt. Es reicht ja nicht, eine Software zu einem Stichtag funktionsfähig entwickelt zu haben. Man muss das Produkt beim Kunden – also Stadtwerken und Co. – implementieren, testen, die MitarbeiterInnen an die Software und die neuen Marktregeln heranführen. Unsere Projektgruppe zum LFW24 hat diese Tests im ersten Quartal 2025 schon eingeplant. Zwei zusätzliche Monate sind insofern erforderlich, um einen reibungslosen Start zu gewährleisten.

Als nächstes steht die GeLI Gas 2.0 am 1. April 2026 an. Was ändert sich hier?

Unsere Mitglieder haben zurückgemeldet, dass die Änderungen wahrscheinlich überschaubar sind. Allerdings liegen die Vorgaben noch nicht vor, so dass wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob das auch zutrifft. Nichtsdestotrotz ist es normal, dass diese Projekte im Sommer starten müssen, wenn sie zum Stichtag umgesetzt sein sollen. Denn keine Änderung bei Marktprozessen lässt sich so einfach nebenbei erledigen. Bis die Änderungen in die Software eingebaut und erfolgreich getestet sind, die Anwender geschult und die Lösungen implementiert werden und funktionieren, kostet das immer Aufwand und Zeit, das hat uns die Erfahrung gelehrt.

Was sind 2025 die größten Herausforderungen für den Edna Bundesverband und seine Mitglieder?

Die größte Herausforderung ist sicher, dass wir noch gar nicht wissen, welche neuen Themen oder Änderungen die neue Bundesregierung mit sich bringen wird. Dabei bräuchten sowohl die Softwarehersteller als auch die Mitglieder der Initiative Evu+ mehr Planungssicherheit in allen Bereichen, vom Smart-Meter- und Steuerbox-Rollout über die Wärmewende bis hin zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren und der Netze. Aus Sicht von Edna und Evu+ hoffen wir, dass die bisher umgesetzten Maßnahmen und Weichenstellungen nicht grundsätzlich infrage gestellt werden, und dass der allseits geforderte Bürokratieabbau auch die Energiewirtschaft erreichen wird – im Einklang mit der Energiewende!

Das Interview führte Stephanie Gust

Hinweis: Der Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikationruft alle Softwareunternehmen im Markt auf, sich an der Projektgruppe zum LFW24 zu beteiligen und durch Tests einen reibungslosen Start des neuen Prozesses zu gewährleisten.

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