„Wir werden Sapos künftig als Teil der digitalen Daseinsvorsorge in Baden-Württemberg für jedermann für jedwede Zwecke für eine unbegrenzte Zahl an Nutzern performant, ausfallsicher und entgeltfrei bereitstellen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag in Stuttgart. Den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst gibt es auch in anderen Bundesländern, die aber für die Nutzung Gebühren berechnen.
Aufgabe von Sapos ist, mit Hilfe permanent betriebener GNSS-Referenzstationen Korrekturwerte zu ermitteln, die die Positionsgenauigkeit der Global Navigation Satellite Systems (GNSS) auf bis zu einen Zentimeter verbessern. Die Korrekturwerte bezieht der Nutzer in Echtzeit über Mobilfunk oder nachträglich per Download von dem Webserver www.sapos-bw.de. Einsatzgebiete von Sapos sind alle Bereiche der Vermessung, Land- und Forstwirtschaft, Luft- und Seefahrt, Rettungsdienste, Fahrzeugnavigation und vieles mehr. Im Grunde überall da, wo die reine GNSS-Systemgenauigkeit von drei bis zehn Metern nicht ausreicht.
16 Referenzstationen in Baden-Württemberg
Unter Nutzung der globalen Satellitennavigationssysteme GPS, Glonass und Galileo erlaubt Sapos bundesweit eine hochgenaue Positionierung an jedem Ort zu jeder Zeit. In Baden-Württemberg betreibt das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags den Dienst. Das Landesamt berechnet in der Karlsruher Sapos-Zentrale mit Hilfe von 16 Referenzstationen im Land sowie weiteren Stationen in den Nachbarländern laufend hochpräzise Korrekturdaten für die globalen Satellitennavigationssysteme und stellt diese über mobiles Internet bereit.
Bereits seit 2019 testen 100 Landwirte in Baden-Württemberg Sapos. Die Erwartungen wurden im Modellprojekt übertroffen, teilt das Ministerium mit. Die Landwirte können mit dem Tool ihre Traktoren, Mähdrescher und Anhängegeräte mit satellitengestützten Lenksystemen in Echtzeit zentimetergenau steuern. Dadurch wird eine exakte Bodenbearbeitung ohne Überlappungen, ein flächenabhängiges Erntemonitoring, eine präzise Aussaat und eine genaue mechanische Unkrautregulierung möglich.
Umweltsensoren verfolgen
In vergleichbarer Weise können durch die hochpräzise Positionierung mit Sapo Baumaschinen im Tiefbau exakt gesteuert, Umweltsensoren kontinuierlich verfolgt und autonom fliegende Drohnen präzise auf vorgegebenem Kurs gehalten werden. Ebenso unterstützt dieser Dienst die genaue Navigation von Schiffen bei Einfahrt in die Schleusen oder im Hafenbereich und nicht zuletzt die Aufnahme der Straßenlandschaft für das künftige autonome Fahren.
Aktuell arbeitet das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) mit Hochdruck an der Aufrüstung des Systems, so dass Schritt für Schritt der Dienst für eine unbegrenzte Zahl an Nutzern rund um die Uhr zur Verfügung steht. Sapos kann künftig von jedermann dauerhaft entgeltfrei genutzt werden, es wird lediglich eine einmalige Anmeldegebühr pro Gerät von 150 Euro fällig. (hp)



