„Es zeigen sich bereits spürbare Fortschritte bei KI. Gleichzeitig sehen wir uns derzeit noch am Anfang einer Entwicklung und verfolgen einen unternehmensweiten Ansatz“, so die SWM.

„Es zeigen sich bereits spürbare Fortschritte bei KI. Gleichzeitig sehen wir uns derzeit noch am Anfang einer Entwicklung und verfolgen einen unternehmensweiten Ansatz“, so die SWM.

Bild: © Muhammad/AdobeStock

Von Stephanie Gust

Auch in der Energiewirtschaft nimmt der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu. Methoden wie maschinelles Lernen oder große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) eröffnen neue Möglichkeiten entlang der Meter-to-Cash-Prozesskette. Anwendungsbeispiele sind präzisere Vorhersagen des Wechselrisikos von Kunden, automatisierte Abläufe im Kundenservice, optimiertes Wissensmanagement sowie Verbesserungen der Datenqualität und Prozesseffizienz.

Als ergänzende Technologie hat sich Robotic Process Automation (RPA) etabliert. RPA schließt Automatisierungslücken, ermöglicht den Datenaustausch zwischen Systemen ohne Schnittstellen und entlastet Mitarbeitende bei wiederkehrenden Aufgaben wie der Erstellung von Standardberichten.

Sowohl RPA als auch KI-Technologien kommen bei nahezu drei Viertel aller Anbieter zum Einsatz.Grafik © BEMD

Verbreitung und Einsatzschwerpunkte

Laut der aktuellen BEMD-Erhebung nutzen fast drei Viertel der befragten Anbieter KI- oder RPA-Technologien. RPA-Lösungen kommen vor allem bei standardisierten Prozessen zum Einsatz. So setzen 62 Prozent der Anbieter sie für Kundenanfragen und 70 Prozent für Datenübertragungen ein.

KI wird dagegen häufiger für komplexere Szenarien genutzt. Besonders verbreitet sind Machine-Learning-Verfahren (68 Prozent), Chatbots (60 Prozent) und Dokumentenerkennung (60 Prozent). Rund die Hälfte der Anbieter verwendet bereits generative KI, etwa für die Erstellung neuer Inhalte oder für Predictive-Maintenance-Anwendungen. Bei den LLM-Anwendungsfällen greifen 40 Prozent der Anbieter auf OpenAI-Dienste in der Microsoft-Azure-Cloud zurück.

Blick in die Zukunft

Aus Sicht des BEMD wird der Einsatz von KI die Prozesse der Energiewirtschaft weiter verändern. Plattformlösungen könnten dabei eine zentrale Rolle spielen, indem sie Marktteilnehmer digital vernetzen und neue Möglichkeiten für automatisierte, flexible und effiziente Abläufe schaffen.

Der BEMD präsentiert die vollständige Auswertung der vierten Auflage der Transparenzinitiative auf dem BEMD Forum Transparenzinitiative 4.0: IT-Lösungen und Plattformen Meter to Cash am 11.9.2025 in Halle (Saale). Informationen zum aktuellen Programm, der Vorabendveranstaltung am 10.9. und der Anmeldung sind auf www.it-meter2cash.de zu finden.

Hintergrund

Die ZfK begleitet die vierte Auflage der Transparenzinitiative "IT-Lösungen Meter to Cash" des Bundesverbands der Energiemarktdienstleister (BEMD) mit einer mehrteiligen Serie. In den kommenden Ausgaben werden einzelne Schwerpunkte der Untersuchung vorgestellt und eingeordnet. Ziel ist es, IT-Entscheidern in Stadtwerken, bei Netzbetreibern und bei Dienstleistern praxisnahe Einblicke in die Ergebnisse zu geben.

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