Seit vergangener Woche ist der Landkreis dank der Notinfrastruktur wieder eingeschränkt arbeitsfähig und per E-Mail erreichbar.

Seit vergangener Woche ist der Landkreis dank der Notinfrastruktur wieder eingeschränkt arbeitsfähig und per E-Mail erreichbar.

Bild: © James Thew/AdobeStock

Die zunehmende Digitalisierung und geopolitische Spannungen erhöhen laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Verwundbarkeit der deutschen Energieinfrastruktur. In einem jetzt veröffentlichten Positionspapier formuliert die Behörde zentrale Herausforderungen und konkrete Maßnahmen, um die Cybersicherheit im Energiesektor zu stärken.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner warnt: "Eine erfolgreiche Störung der Energieversorgung in Deutschland oder Europa ist ein Schreckensszenario für Bürgerinnen und Bürger, die deutsche Wirtschaft und die staatlichen Organe." Der wirtschaftliche Schaden wäre enorm, das gesellschaftliche Leben käme weitgehend zum Erliegen. Das Papier betont, dass der Energiesektor besonders im Visier von staatlich unterstützten Angreifern, Cyberkriminellen und ideologisch motivierten Hacktivisten steht. Ziel dieser Angriffe sei nicht selten die Destabilisierung kritischer Infrastrukturen oder gezielte Spionage.

Neue Risiken durch die Energiewende

Neben der internationalen Bedrohungslage nimmt auch die innere Komplexität des Systems zu: Der Umbau der Energiewirtschaft hin zu dezentralen Erzeugungsstrukturen mit intelligenten Netzen und digitalen Steuerungssystemen schafft neue Angriffsflächen. So können etwa Schwachstellen in industriellen Steuerungssystemen, Angriffe über die Lieferkette oder nicht abgesicherte IoT-Komponenten zum Einfallstor werden.

Sechs Maßnahmenfelder für mehr Cybersicherheit

Um diese Bedrohungslage systematisch anzugehen, formuliert das BSI sechs prioritäre Handlungsfelder:

Stärkung des BSI als zentrale Cybersicherheitsinstanz:

  1. Das BSI soll eine koordinierende und steuernde Rolle im Energiesektor übernehmen – mit klaren Vorgaben, auch für kleinere Betreiber. Nötig sind einheitliche Anforderungen über alle KRITIS-Sektoren hinweg, sektorspezifische Sicherheitsstandards und erweiterte Befugnisse zur Intervention bei Vorfällen. Auch außerhalb der KRITIS-Bereiche sollen europäisch anschlussfähige Standards und eine wirksame Marktaufsicht greifen. 
  2. Technische Standards und Resilienzmaßnahmen:
  3. Kooperation und Informationsaustausch: Die Zusammenarbeit zwischen Energieunternehmen, CERTs, Regulierungsbehörden und dem BSI soll systematisch ausgebaut werden. Das BSI sieht sich als zentrale Stelle für Frühwarnung, Lagebilder und praxisnahe Vorgaben.  
  4. Sensibilisierung und Ausbildung: IT- und OT-Sicherheit soll entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette geschult werden. Zugleich fordert das BSI gezielte Fachkräfteförderung für sicherheitsrelevante Aufgaben.  
  5. Forschung und Innovation: Das BSI will wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Entwicklung sicherer Komponenten und Standards integrieren. Besonderes Augenmerk liegt auf der sicheren Integration erneuerbarer Energien und dezentraler Einspeiser. (sg)
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