Experten der drei Netzgesellschaften arbeiten seit Monaten intensiv an gemeinsamen Plänen – auch bei persönlichen Treffen.

Experten der drei Netzgesellschaften arbeiten seit Monaten intensiv an gemeinsamen Plänen – auch bei persönlichen Treffen.

Bild: © RhönEnergie

Von: Stephanie Gust

Drei Netzbetreiber, drei Bundesländer, ein Ziel: Mit dem Projekt "KoopLeit" setzen Harz Energie Netz, Osthessen Netz und Wemag Netz ein starkes Signal für mehr Kooperation in der Energiewirtschaft. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen ein leistungsfähiges, spartenübergreifendes Netzleitsystem – technisch identisch an drei Standorten, perspektivisch sogar als gemeinsame Netzführungsplattform.

Der Impuls für die Zusammenarbeit kam aus der Praxis: Die Anforderungen an Netzführung, Systemdienstleistungen und Versorgungssicherheit steigen. Nicht nur wegen der Energiewende, sondern auch durch neue gesetzliche Vorgaben und den zunehmenden Bedarf an Digitalisierung. Statt individuelle Lösungen zu verfolgen, bündeln die drei Netzbetreiber ihre Kräfte. "Unsere Vision geht weit über eine reine Systemeinführung hinaus", sagt Thomas Murche, technischer Vorstand der Wemag AG. "Langfristig wollen wir auch anderen Netzbetreibern anbieten, sich anzuschließen – inklusive Betriebsführung als Dienstleistung."

Zuschlag geht an PSI Software

Ein erstes greifbares Ergebnis liegt bereits vor: Der Zuschlag für das neue Netzleitsystem ging nach einem intensiven Auswahlverfahren an die PSI Software SE. Grundlage war eine gemeinsame Konzeptstudie, die von einem neunköpfigen Team aus den drei Unternehmen erarbeitet und von einem externen Beratungsunternehmen begleitet wurde. Das Ziel: Synergien nutzen, Standardisierung vorantreiben – bei gleichzeitiger Berücksichtigung der individuellen Netzstrukturen.

Die neuen Netzleitstellen sollen in Schwerin, Fulda und Osterode entstehen: technisch identisch, aber zunächst mit eigener Netzführung. Perspektivisch ist eine engere Verzahnung geplant. "Wir alle teilen die Vision, unsere Standorte künftig zu vernetzen und die Vorteile einer gemeinsamen Netzführung zu nutzen", erklärt Dirk Schaper, Geschäftsführer der Harz Energie Netz.

Die Inbetriebnahme des neuen Systems ist für 2028 vorgesehen. Bis dahin stehen Detailplanung, Implementierung und intensive Testphasen an. Für Arnt Meyer, Geschäftsführer der Rhön Energie Fulda, ist "KoopLeit" ein Musterbeispiel für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit in der Branche: "Das Projekt zeigt, wie durch Kooperation Effizienz, Qualität und Resilienz gesteigert werden können. Es ist ein Leuchtturm für die gesamte Energiewirtschaft."

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