Die Strategie ist Teil der langfristigen Transformation des kommunalen Versorgers, der in den vergangenen Jahren bereits frühzeitig in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert hat. Nun sollen auch die digitalen Kompetenzen systematisch gestärkt werden. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei Sherin Seckler, Digital-Transformation-Managerin bei der GGEW AG.
"Digitalisierung ist kein isoliertes Projekt, sondern muss als Bestandteil unseres Geschäftsmodells mitgedacht werden", sagt Seckler. Im Mittelpunkt stehen ein sauberes Datenmanagement sowie die Integration technologischer Anwendungen in bestehende Strukturen. Bestehende Prozesse sollen überprüft und, wo sinnvoll, neu ausgerichtet werden – mit dem Ziel, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und die betriebliche Effizienz zu steigern.
Einsatz von KI und datenbasierten Modellen geplant
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning. Diese Technologien sollen unter anderem bei der Mustererkennung im Verbrauchsverhalten, bei der Netzstabilisierung sowie bei der Einführung dynamischer Tarife eingesetzt werden. "Unsere Machine-Learning-Modelle werden künftig Prognosen liefern, Anomalien erkennen und operative Entscheidungen unterstützen – skalierbar und in Echtzeit", so Seckler.
Vorstand Carsten Hoffmann betont, dass die GGEW damit erste Schritte in Richtung eines digitalen Energie-Ökosystems unternimmt. Zwar sei ein Plattformmodell derzeit nicht umgesetzt, jedoch werde dessen Potenzial im Unternehmen systematisch geprüft. "Noch bauen wir kein Ökosystem – aber wir nehmen es ins Visier", sagt Hoffmann.
Mitarbeitende als Teil des Veränderungsprozesses
Die Digitalstrategie umfasst auch gezielte Maßnahmen zur Einbindung der Mitarbeitenden. In internen Workshops – etwa zum Thema KI – wurden bereits erste Teilprojekte angestoßen. Begleitet wird der Transformationsprozess durch Kommunikationsmaßnahmen und Weiterbildungsangebote. "Veränderung gelingt nur mit den Menschen im Unternehmen", betont Seckler. Neben neuen Aufgabenprofilen sollen insbesondere Automatisierungspotenziale genutzt werden, um Ressourcen gezielter einzusetzen.
Langfristig erwartet die GGEW eine höhere Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Die digitale Transformation wird dabei nicht als Ziel, sondern als notwendige Voraussetzung verstanden, um künftige Anforderungen erfolgreich zu bewältigen. (sg)



