Mit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung drohen deutlich höhere Strafen bei Verstößen.

Mit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung drohen deutlich höhere Strafen bei Verstößen.

Bild: © Andrea Danti/AdobeStock

Bild: © G Data

Gastbeitrag von:
Kathrin Beckert-Plewka
IT-Sicherheits-Expertin
DATA CyberDefense 


Cyberkriminalität nimmt immer weiter zu. Angriffe werden zahlreicher, raffinierter und sind dazu auch schwieriger zu entdecken. Effektive IT-Sicherheit ist daher ein Muss, für Stadtwerke und andere kommunale Unternehmen jedoch nur schwer umzusetzen. Die Gründe: Es fehlen Fachkräfte, spezielles Security-Wissen und zeitliche Ressourcen. Wie können IT-Verantwortliche unter diesen Bedingungen für umfassende IT-Sicherheit sorgen? Eine Möglichkeit ist ein Managed Security Operations Center (Managed SOC).

Die klassische Virenschutzlösung war über eine lange Zeit ein fester Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie im kommunalen Umfeld. Das Ziel: Schadprogramme entdecken und unschädlich machen. Diese Aufgabe bewältigt Antiviren-Software auch heute noch sehr zuverlässig. Trotzdem ist ihre Wirkung mittlerweile begrenzt, denn Angreifergruppen haben ihre Strategien weiterentwickelt. Sie setzen heute bevorzugt auf Attacken, die ohne Schadcode auskommen und damit dateilos sind. Hierzu nutzen sie Sicherheitslücken in Software oder Betriebssystemen aus oder kombinieren eigentlich legitime Systemfunktionen mit Tools, um anzugreifen. Eine weitere Methode ist Social Engineering, beispielsweise in Form von gezielten Phishing-Kampagnen, die an Mitarbeitende gerichtet sind. Hierdurch gelangen die Kriminellen an Zugangsdaten zu den IT-Systemen. Klassischer Virenschutz kann bei diesen Angriffsvektoren nur begrenzt etwas ausrichten. Cyberangriffe müssen frühzeitig entdeckt und gestoppt werden, bevor es beispielsweise zu Systemausfällen kommt.

Rund-um-die-Uhr-Schutz für die IT

Cyberangriffe kennen keine Uhrzeit – sie können mitten in der Nacht, an Wochenenden oder Feiertagen auftreten. Daher müssen IT-Verantwortliche von Stadtwerken und kommunalen Organisationen durchgehend für IT-Sicherheit sorgen. Hier kommt ein Managed Security Operations Center ins Spiel: Ein qualifiziertes Analystenteam überwacht kontinuierlich alle IT-Abläufe. Sämtliche sicherheitsrelevanten Logdaten werden zentral gesammelt und analysiert, um ungewöhnliche oder verdächtige Netzwerkaktivitäten frühzeitig zu erkennen. Sobald sich Hinweise auf einen Angriff zeigen, bewerten die SOC-Expertinnen und -Experten die Lage und leiten bei Bedarf umgehend Gegenmaßnahmen ein. So lassen sich Angriffe bereits in der Anfangsphase stoppen.

Zur Untersuchung verdächtiger Vorgänge nutzt das Analystenteam moderne Sensorik. Dabei kommen spezialisierte Technologien wie verhaltensbasierte Erkennung zum Einsatz, um Bedrohungen anhand ihrer Aktivitäten zu identifizieren. Der große Vorteil: So wird ein sofortiges Handeln bei Sicherheitsvorfällen möglich – das ist ein entscheidender Mehrwert, den Virenschutzlösungen nicht leisten können.

Kombination aus Fachwissen und Technik

Die permanente Überwachung der IT-Infrastruktur und das frühzeitige Abwehren von Angriffen stellen hohe Anforderungen an Know-how und Technik. Für viele kommunale Unternehmen ist dies allein kaum zu bewältigen – nicht zuletzt, weil IT-Teams im Tagesgeschäft bereits ausgelastet sind. Ein durchgehender 24/7-Schichtbetrieb ist oft nicht umsetzbar, und es mangelt vielerorts an spezialisierten Fachkräften. Im Jahr 2023 fehlten allein in Deutschland fast 105.000 Fachleute für Cybersecurity (Quelle: Cybersicherheit von G DATA CyberDefense, Statista und Brand eins). Eine Verbesserung dieser schwierigen Lage ist aktuell nicht in Sicht.

Ein weiterer Aspekt: IT ist nicht automatisch IT-Sicherheit. IT-Security ist ein eigenes, komplexes Fachgebiet. Daher bringt nicht jede IT-Fachkraft automatisch umfassendes Know-how in Sachen IT-Sicherheit mit – das Gegenteil ist oft der Fall. Daher ist ein gemanagtes SOC sinnvoll. In einem Security Operations Center arbeiten speziell geschulte Analystenteams mit tiefgehender Erfahrung. Sie erkennen sicherheitsrelevante Vorgänge frühzeitig, analysieren sie präzise und leiten gezielte Maßnahmen ab. Ihre Expertise bleibt durch kontinuierlichen Austausch in globalen Fachnetzwerken stets auf dem neuesten Stand. Stadtwerke profitieren davon doppelt: durch die schnelle Erkennung und Eindämmung von Gefahren und durch konkrete Empfehlungen zur Optimierung ihrer Sicherheitsarchitektur – ein zentraler Bestandteil vieler Managed-SOC-Angebote. Ein SOC wirkt damit nicht nur reaktiv, sondern auch vorbeugend und trägt langfristig zur Stärkung der IT-Resilienz bei.

Digitale Souveränität als Auswahlkriterium

Bei der Entscheidung für ein Managed SOC spielt die Wahl des richtigen Anbieters eine zentrale Rolle – insbesondere in Bezug auf die digitale Souveränität. Stammt der Dienstleister aus Deutschland, unterliegt er den strengen Datenschutzgesetzen der Bundesrepublik. Es werden ausschließlich Informationen verarbeitet, die für Überwachung, Analyse und die Reaktion auf Vorfälle notwendig sind – alles andere bleibt unangetastet. Diese Datensparsamkeit ist essenziell, da ein SOC zwangsläufig tiefen Einblick in interne Daten erhält. Sinnvoll ist auch, auf einen ISO-zertifizierten Dienstleister zu setzen. Damit ist unter anderem sichergestellt, dass der Anbieter auch die eigene IT-Sicherheit im Fokus hat. Ebenso wichtig ist, dass sich die Dienstleistung flexibel an spezifische Anforderungen von Stadtwerken und kommunalen Unternehmen anpassen lässt – zum Beispiel im Umgang mit sicherheitsrelevanten Vorfällen.

Ein gemanagtes Security Operations Center ist eine strategisch sinnvolle Anschaffung, um die IT-Sicherheit neu aufzustellen. Es schützt nicht nur effektiv vor Angriffen, sondern mildert auch den Fachkräftemangel im IT-Sicherheitsbereich. Bedrohungen werden erkannt und gestoppt, bevor ernsthafter Schaden entsteht. Die Investitionskosten sind kalkulierbar und stehen oft in einem günstigen Verhältnis zu potenziellen Schadenssummen bei Sicherheitsvorfällen. Ein SOC zahlt sich somit rasch aus und bietet einen klaren Mehrwert. Entscheidend ist jedoch eine sorgfältige Auswahl des passenden und vertrauenswürdigen Anbieters.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper