Zu den Preisbremsen gibt es noch keine verabschiedete Regelung. Die EU-Kommission muss Ihre Entscheidung erst noch treffen, auch wenn damit zu rechnen ist. Erst dann kann auch der Bundestag den Weg frei machen. Rüdiger Winkler, Geschäftsführer des Edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation spricht im ZfK Interview darüber, warum mit jedem Tag Verzögerung dasselbe Chaos wie im vergangenen Jahr droht und wie sich die Verlängerung auf Energieversorger, Hersteller und Berater auswirkt.
Herr Winkler, haben Sie Kunden, bei denen die pünktliche Umsetzung der Abrechnungsprogramme Probleme bereiten?
Wir müssen davon ausgehen, dass bei der Anpassung der Abrechnungssysteme und der Durchführung und Kommunikation von geänderten Abschlagsplänen auf Hersteller, Berater und EVU gewaltiger Stress zukommt. Zusatzbelastungen, unzufriedene Kunden, unverhohlene Unzufriedenheit mit den Verordnungsgebern, ja auch Verzögerungen und Fehler sind vorprogrammiert. Ohne endgültige Entscheidung stehen wir am Start, kennen aber nur die ungefähre Position des Ziels. Wie soll man sich da richtig vorbereiten?
Wie schnell können diese Probleme gelöst werden?
Jeder Tag, den wir gewinnen, hilft. Niemand will erneut eine Weihnachts- oder Sylvester- Urlaubsbremse wegen der unvermeidlichen Mehrarbeit erleben. Die vorgezogene Mehrwertsteueranhebung beim Gas verschärft das Problem in enormen Umfang – nicht nur, weil deshalb umfangreiche Neuberechnungen erforderlich sind, sondern weil dadurch viele bisher „ungebremste“ Kunden neu in die Regelung reinfallen. Problematisch ist auch die Berücksichtigung von Kunden wie der Bundeswehr, die gar keine Bremse haben möchte.
Der VKU spricht davon, dass eine Verzögerung bei Gutschriften über den März hinaus nicht zu rechnen sei. Wie sehen Sie das?
Die Leistungsfähigkeit der kleinen und mittleren EVU ist riesengroß, da deren Engagement traditionell weit über das Normalmaß hinausgeht. Dennoch zweifeln wir aus o.g. Gründen am Zweckoptimismus des VKU
Was wünschen Sie sich als IT-Dienstleister, wenn es weitere „Eingriffe“ vom Staat bei der Abrechnung geben sollte?
IT-Dienstleister wie EVU wünschen sich nur eines – verlässliche, frühzeitige Vorgaben! Nicht Verkürzung oder Verlängerung ursprünglich beschlossener Fristen.
Die Fragen stellte Stephanie Gust



