„Virtual Reality bietet die Möglichkeit, sich in die jeweilige Welt zu versetzen. Das immersive Erlebnis, ermöglicht dem Benutzer zu erleben, wie es sich anfühlt, in die jeweilige Rolle zu schlüpfen“, sagt Thorsten Hansen Geschäftsführer von ViaR. Das Unternehmen hat sich auf Virtual Reality-Trainings spezialisiert und konnte zuletzt EnBW als Kunden gewinnen.
Bislang sind Virtual-Reality-Trainings vor allem bei der technischen Aus- und Weiterbildung bekannt: So kann beim Umgang mit elektrischen Anlagen, wie Transformatoren, ein falscher Handgriff tödlich sein. Die vorgeschriebenen Procedere müssen daher intensiv erlernt und immer wieder geübt werden.
Neue Form der Wissensvermittlung
Die EnBW AG will das Modul "Schaltbetätigung", sowie die "5-Sicherheitsregeln" im Rahmen ihrer Qualifizierungsmaßnahmen anwenden. Zielgruppe sind vor allem Elektroniker/innen für Betriebstechnik und Mechatroniker/innen.
Mit den Trainings lassen sich unterschiedliche Situationen simulieren und trainieren, so dass die Auszubildenden praxisnah auf ihre zukünftigen Einsatzbereiche vorbereitet werden sollen, erklärte EnBW auf ZfK-Nachfrage.
„Neue Technologien, wie Virtual Reality, bieten in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert: Auszubildende können ohne Gefahren an aktiven Hochspannungsanlagen arbeiten, aus Fehlern lernen und sich Themen spielerisch erarbeiten. Virtual Reality ist eine neue Form der Wissensvermittlung und Teil unserer Digitalisierungsstrategie im Aus- und Weiterbildungsbereich“, erklärte der baden-württembergische Energiekonzern.
Kaufmännischer Bereich
Denkbar sind die virtuellen Räume aber auch im kaufmännischen Bereich: „Du kannst Kunde sein und reflektieren wie du als Verkäufer auf dich wirkst, wenn er dich überrollt mit Argumenten“, konkretisiert Hansen.
Ebenfalls ein denkbares Szenario: Wie fühlt es sich an, wenn der Vorgesetzte einen in einem Feedbackgespräch völlig überrascht?
Durch das gezielte Trainieren über ein 360°-Coaching lerne der Betrachter mit Dingen aus dem alltäglichen Berufsleben umzugehen, wie er es besser machen kann und wo noch Trainingsbedarf besteht.
EnBW erprobt hier verschiedene Use-Cases, wie ein VR-Bewerbungstraining oder auch die VR-Schulung "Arbeiten im Homeoffice". Laut dem Konzern werde das Angebot bei den Auszubildenden mit Begeisterung aufgenommen.
Vertriebstrainer:
Beim Vertrieb warte auf die Mitarbeiter ein realistisches VR-Rollenspiel, sagt Hansen. Trainiert werde, wie man in Konfliktgesprächen richtig reagiert oder wie Cross Selling richtig funktioniert. Auch können Vorgesetzte bei Verkaufsgesprächen ihrer Mitarbeiter direkt eingreifen und Verbesserungsvorschläge machen.
Durch einen Coach, der durch die Kapitel führt und Tipps und Hinweise gibt, werde das Lernen ebenfalls erleichtert.
IT-Sicherheit:
Spannend sei auch das Thema IT-Sicherheit: So gebe es das Szenario, dass in einem Unternehmen Daten gestohlen wurden. Der Mitarbeiter versetzt sich dann in die Position eines Detektives, um die Ursache aufzuspüren.
Bei einem Rundgang durch verschiedene Büroräume müssen Fehler gefunden werden: Zugangskarte im Eingangsbereich liegen gelassen; Aktenschrank nicht verschlossen; Sensible Daten im Netzwerkdrucker vergessen; Passwort für den Computer auf einem Post-it am Bildschirm.
Die Trainings seien über multiple Kanäle verfügbar, so Hansen, wie etwa VR-Brille, Smartphone und Desktop. Möglich sei es, die Schulungen und Trainings für jeden Mitarbeiter zu lizenzieren und in Paketen zu buchen. (sg)



