Wirbt für kommunale Unternehmen als sichere Treuhänder von Daten in Zeiten der Digitalisierung: Lars Martin Klieve, Vorstand der Stadtwerke Essen.

Wirbt für kommunale Unternehmen als sichere Treuhänder von Daten in Zeiten der Digitalisierung: Lars Martin Klieve, Vorstand der Stadtwerke Essen.

Bild: @ Stadtwerke Essen AG

Lars Martin Klieve, Vorstand der Stadtwerke Essen, ließ auf dem MCC-Stadtwerkeforum keinen Zweifel daran, dass er an die digitale Stadt glaubt: "Digitalisierung verändert das Leben in unseren Städten – das geht nicht mehr weg!" Und es gebe hier viele Anwendungsmöglichkeiten – ältere Mitbürger könnten ermutigt werden, länger als bislang gedacht in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Dies betreffe nicht nur Angebote wie den Hausnotruf, sondern gelte auch für die Möglichkeit der Überprüfung der Funktion der einzelnen Geräte im Haushalt.

Für die kommunalen Unternehmen sieht er größere Umwälzungen im ÖPNV: "Das autonome Fahren wird den öffentlichen Nahverkehr nicht nur finanziell revolutionieren." Mit dem Hinweis, dass die Leistung sich nach der Formel "Arbeit durch Zeit" bemesse, wies Klieve auf die Rolle der Dienstleistungen in einer digitalen Stadt der Zukunft hin. Das beträfe die Durchführung von Arbeiten ebenso wie die Geschwindigkeit in puncto Genehmigungen und natürlich auch die Wartezeit der Bürger in Ämtern.

Datenschutz als Knackpunkt

Smart Pools sind für Klieve auch ein Zukunftsfeld. Die Straßenlaternen, die ohnehin über einen Stromanschluss verfügen, könnten zum Laden von E-Autos ebenso genutzt werden wie zur Parkraumsteuerung. Er sagte: "Ein typischer Dienstleister sammelt alle möglichen Funktionen ein und bündelt sie." Ein Problem sei jedoch die Zuständigkeit. Hier müssten die Stadtwerke tätig werden: "Es ist natürlich besser, wenn die Daten beim kommunalen Versorger liegen als irgendwo in der Cloud."

Einen interessanten Ansatz hat Klieve zum Thema Datenschutz. Resultierend aus den Urteilen rund um die Volkszählung 1987 seien heute die gesetzlichen Regelungen weitgehend als Schutzrechte des Bürgers vor dem Staat angelegt: "Damals konnte sich niemand vorstellen, dass es so etwas wie Google oder Amazon geben könnte." Dort jedoch würden die Daten der Kunden vielfach weit aggressiver gesammelt als das hierzulande der Staat je habe tun können. Der Staat müsse also heute eher die Bürger vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen.

Kommunale Datensicherheit

Gerade bei der Datensicherheit sieht Klieve eine große Chance für die Stadtwerke. Bei den kommunalen Unternehmen seien die Daten sicher aufgehoben. Klieve resümierte: "Die Digitalisierung verändert das Leben in den Städten." Ihr Gelingen sei entscheidend für den Wettbewerb der Standorte, die Stadtwerke könnten ihren Kommunen vielfältig helfen: "Die Daten sind bei uns jedenfalls besser aufgehoben als in transatlantischen Clouds – wir können den Kommunen hier eine wichtige Dienstleistung bieten." (sig)

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