Bild: © Etracker GmbH

Unter Web Push Marketing versteht man eine spezielle Form des Direktmarketings. "Es ermöglicht, pointierte Botschaften schnell an die Zielgruppe zu übermitteln", erläutert Olaf Brandt, Geschäftsführer der Etracker GmbH. Das Unternehmen hat sich auf datenschutzkonforme Web-Analysen und Conversion-Optimierung spezialisiert.

"Diese Web Push Notifications sind klickbare Kurznachrichten, die ähnlich wie WhatsApp- oder SMS-Nachrichten direkt im Web Browser – ob auf Desktops oder mobilen Geräten – erscheinen, sogar im Sperrbildschirm", so Brandt. Dadurch lassen sich passgenaue, anlassbezogene Messages schnell und mit hoher Frequenz an den Nutzer senden. Für Energieversorger biete sich hier die Chance, direkt mit dem Verbraucher in Verbindung zu treten.

So funktioniert es

Die Inhalte der Nachrichten basieren entweder auf Angaben des Nutzers, der vorab Thema wie etwa Erneuerbare Energien, Produktsegment, zum Beispiel Ökostrom, oder Region (Norddeutschland) über eine Checkbox-Auswahl individualisiert hat – wie bei einem klassischen Newsletter. Oder die Nachrichten werden anhand des Nutzerverhaltens auf der Website personalisiert.

Für Energieversorger gebe es zum Beispiel konkret die Möglichkeit, einem Endverbraucher, der beim Verbrauchsrechner mehrere Berechnungen durchführt und Inhalte zum Thema Energieeffizienz konsumiert, Push Notifications mit Energiespar-Tipps zu senden. Einem Website-Besucher, der sich womöglich auf Seiten für Hausvermieter umsieht, könnte der Anbieter Informationen zu aktuellen Gesetzesänderungen bezüglich der Umlage von Energiekosten übermitteln – und das via Web Push auf den Bildschirm seines PCs.

Ebenso lasse sich die Nachhaltigkeitsstrategie des Energieversorgers mit passenden Botschaften und relevanten Inhalten immer wieder ins Gedächtnis der Kunden rufen – und parallel dadurch betonen, dass diese Form der Kommunikation papierlos und aufgrund der technischen Einfachheit mit geringerem Energieaufwand als beispielsweise eine E-Mail umgesetzt wird.

Datenschutzkonforme Kommunikation

Energieversorger können darüber sowohl neue als auch bestehende Kunden mit Informationshäppchen füttern und dabei auf weitere Inhalte verweisen – und das je nach individuellen Interessen und Bedürfnissen. Dazu müsse der Website-Besucher dem Erhalt von Push Notifications zustimmen, so Brandt.

Gegebenenfalls lassen sich diese nach dem eigenen Informationsbedarf spezifizieren. Die Angabe persönlicher Daten, wie etwa der E-Mail-Adresse, sei dafür nicht erforderlich. Sowohl die Einwilligungen als auch die Abmeldung von den Push-Nachrichten erfolgen Brandt zufolge ausschließlich über den Browser. Damit habe der Nutzer zu jeder Zeit die Hoheit über seine Daten und den Erhalt von Marketing-Nachrichten. Marketer müssen sich folglich nicht mit komplexen Datenschutzanforderungen auseinandersetzen.

Bessere Raten als E-Mail-Marketing

Da die meisten Menschen die direkte Kommunikation über Kurznachrichten aus dem Privatbereich gewohnt sind, verzeichne das Web Push Marketing besonders gute Opt-in- und Klickraten, sagt Brandt. Diese Raten sind ihm zufolge um ein Vielfaches höher als im E-Mail-Marketing. "Web Push ist ein W3C-Standard, der heute in praktisch allen Browsern integriert ist. Nur für Apple-Geräte bedarf es eines kleinen Umwegs über die iOS-Wallet. Denn diese kann ebenso Kurznachrichten darstellen wie ein Browser und wird von modernen Web Push Marketing- Systemen gleichermaßen unterstützt", konkretisiert Brandt.

Die Lösung lasse sich ganz ohne Programmieraufwand in die Website integrieren – und zwar über ein Code-Snippet oder Plug-in. Zudem handle es sich beim Web Push Marketing um einen eigenen Kommunikationskanal, unterstreicht Brandt. Darum hätten Marketer nicht nur volle Kontrolle über den Kundendialog, sondern könnten auch Kosten sparen, weil sie nicht für jeden einzelnen Kundenkontakt zahlen müssen.

Zielgruppenrelevante Inhalte

Zur besseren Kundenansprache lassen sich die Empfängergruppen segmentieren. Dafür können Nutzer entweder eine Themenauswahl treffen oder es werden die Verhaltensdaten der Website-Besucher verwendet. Im zweiten Fall werden alle Nutzeraktionen auf der Website, zum Beispiel geklickte Inhalte, Dateneingaben für Energieverbrauchsrechner oder getätigt Downloads, automatisch mittels einer professionellen Lösung ermittelt. Diese Informationen stehen dann direkt für eine zielgruppengerechte Ansprache zur Verfügung. Darüber hinaus lassen sich verschiedene Verhaltens- und Interessenkategorien kombinieren – zum Beispiel Interesse für Öko-Energie, bereits geklickte Tarife und das Datum des letzten Website-Besuchs. So können Marketer beliebig granulare Zielgruppencluster bilden und ein neues Maß an Personalisierung erzielen.

Zudem lasse sich der Prozess vollständig automatisieren und damit der manuellen Aufwand auf ein Minimum reduzieren. Mit beliebigen Triggern – zum Beispiel häufig besuchte Website-Kategorien –, die den Versand einer Push Notification auslösen, sind mehrstufige Kampagnen leicht umsetzbar. Zudem lassen sich mit Schnittstellen auch Daten aus anderen Systemen wie etwa dem CRM-System als Auslöser verwenden. "Denkbar wäre beispielweise auch, dass bei einer Netzstörung direkt auf den Bildschirmen der Nutzer in dieser Region eine Meldung als Push-Nachricht aufpoppen würde – ebenso, wenn die Störung behoben ist", verdeutlicht Brandt. (sg)
 

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