An der Umfrage mit dem Titel „Datenaustausch in der Energiewirtschaft“ haben insgesamt 280 Expertinnen und Experten aus der Energiewirtschaft teilgenommen. 46 Prozent der Teilnehmenden lassen sich Energieunternehmen zuordnen: Netzbetreiber, Energieserviceanbieter, Energielieferanten, Erzeuger, Messstellenbetreiber und Energiehändler. 54 Prozent repräsentieren Nicht-Energieunternehmen. Dazu gehören zum Beispiel Forschungseinrichtungen, öffentliche Institutionen, Anlagenhersteller oder Branchenverbände. Die größte Gruppe bilden die Netzbetreiber (19 Prozent). 49 Prozent der Antworten stammen von Führungskräften.
Insgesamt habe man ein hohes Interesse der Branche verzeichnen können, heißt es bei der Dena. Die Ergebnisse dienen zum einen dazu, den aktuellen Stand sowie die Bedarfe der Energiebranche beim Datenaustausch aufzuarbeiten und zum anderen dazu, den Aufbau des Dateninstituts der Bundesregierung zu unterstützen.
Ergebnisse
Die Umfrage zeigt, dass der Datenaustausch im Energiesektor sowohl innerhalb der Marktkommunikation als auch darüber hinaus verbessert werden muss. Die Marktkommunikation umfasst den Bereich des Informationsaustausches zwischen den Marktteilnehmerinnen und -teilnehmern, in dem klare Verantwortlichkeiten der Beteiligten sowie standardisierte und automatisierte Marktprozesse und Datenformate festgelegt sind.
Hier geht es zum Beispiel um die energiewirtschaftlichen Prozesse beim Wechsel eines Stromlieferanten durch die Kundinnen und Kunden. So sehen mindestens 85 Prozent der Teilnehmenden hier Verbesserungsbedarf. Bei den Prozessen außerhalb der Marktkommunikation, etwa beim sektorübergreifenden Datenaustausch, besteht demnach ebenfalls noch hohes Optimierungspotential.
Zahlreiche Hindernisse
Dabei müssen diverse rechtliche, organisatorische, strategische, technologische und wirtschaftliche Hemmnisse überwunden werden. Außerhalb der Marktkommunikation betreffen die einzelnen Hemmnisse insgesamt mehr Unternehmen. Dort ragt die mangelnde Kompatibilität der Daten mit 63 Prozent heraus. Eine große Bedeutung wird in der Umfrage auch fehlenden unternehmensinternen Digital- oder Datenstrategien zugeschrieben.
Dazu sagt Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien und Start-up Ökosystem der Dena: „Für rund 50 Prozent der teilnehmenden Unternehmen hemmt das Fehlen einer Digital- oder Datenstrategie im Unternehmen den unternehmensübergreifenden Datenaustausch außerhalb der Marktkommunikation. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass es durchaus Punkte gibt, an denen die Branche direkt selbst ansetzen und aktiv werden kann.“
Datenaustausch erfolgskritisch für Unternehmenserfolg sowie Klimaschutzziele
Die teilnehmenden Expertinnen und Experten aus dem Energiesektor sehen grundsätzlich ein großes Potential im souveränen Datenaustausch und stufen ihn als erfolgskritisch sowohl für Unternehmenserfolg als auch für das Erreichen der Klimaschutzziele ein. Für zahlreiche Anwendungen im zunehmend digitalisierten, flexiblen Energiesystem sind eine solide Dateninfrastruktur und -basis zentral, wobei Daten an geeigneten Stellen miteinander geteilt werden sollten. Dabei können große ökonomische und gemeinwohlorientierte Chancen im Datenaustausch innerhalb und zwischen den Wertschöpfungsstufen entstehen.
Dieses Potential ist jedoch noch nicht erschlossen: durchschnittlich 35 Prozent ihres idealen Zielzustandes bei unternehmensübergreifendem Datenaustausch haben Energieunternehmen in einer Selbsteinschätzung schon erreicht. Nicht-Energieunternehmen wie Anlagenhersteller, Forschungseinrichtungen und Verbände sehen hier sogar nur 20 Prozent erreicht.
An mehreren Stellen kann auch das zukünftige Dateninstitut der Bundesregierung unterstützen. Von den möglichen Aufgaben eines Dateninstituts sieht die Branche vor allem in den sektorübergreifenden Angeboten wie Standardsetzung und der Verknüpfung in andere Branchen zum Austausch von Best Practices und für den sektorübergreifenden Datenaustausch hilfreiche Unterstützung. Mehr zu den detaillierten Ergebnissen der Umfrage finden Sie auf der Website der Dena. (sg)



