Deutschland soll nicht beim Mobilfunk zurückfallen. Derzeit wird aber noch über die Bedingungen zum National Roaming gestritten.

Deutschland soll nicht beim Mobilfunk zurückfallen. Derzeit wird aber noch über die Bedingungen zum National Roaming gestritten.

Bild: © EvgeniiAnd/AdobeStock

„Der Aufbau des 450-MHz-Netzes ist der erste Schritt, jetzt gilt es darauf basierend auch konkrete Use-Cases zu realisieren und diese in eine IoT-Gesamtstrategie einzubinden“, erklärt Alexander Sommer, Mitglied der Geschäftsleitung für den Bereich Innovation und Transformation bei Items.

„Jede weitere Technologie und jeden weiteren Anwendungsfall betrachten wir als große Chance für Stadtwerke und Netzbetreiber, um Mehrwerte zu generieren, neues Geschäft aufzubauen und bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren“, betont Christopher Rath, Geschäftsführer von Digimondo.
 
 

Rath und Sommer begrüßen unisono, dass die Bundesnetzagentur die Nutzung der 450-MHz-Frequenzen für die Kommunikation vorrangig der Energie- und Wasserwirtschaft zugesprochen hat, damit diese ihre kritischen Infrastrukturen sicher betreiben kann.

„Energieversorger und Netzbetreiber spielen eine maßgebliche Rolle bei der Energiewende und dem Dekarbonisieren der Gesellschaft“, sagt Sommer. „Der Betrieb dezentraler Versorgungsinfrastrukturen erfordert Datenorientierung, Vernetzung und Flexibilisierung“, ergänzt Rath. „Mit der Kommunikation auf Basis der 450-MHz-Funktechnik wird dieser Notwendigkeit Rechnung getragen.“

Technologie soll per Plug and Play nutzbar werden

Digimondo und Items beabsichtigen gemeinsam und mit hoher Intensität, praktische Anwendungsfälle für die 450-MHz-Funkfrequenz zu entwickeln. Das betrifft einerseits das Testen, Auswählen und Integrieren geeigneter Sensoren für Anwendungen im Versorgungsnetz, andererseits die Integration des 450-MHz-Frequenzbereichs in die Plattform Niota von Digimondo.

„Wir wollen die Technologie so operationalisieren und integrieren, damit Stadtwerke und Netzbetreiber sie künftig per Plug and Play nutzen können“, so Rath. „Parallel wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern im IoT-Konsortium Civitas Connect Anwendungsfälle identifizieren und spezifizieren. Praxisprojekte werden dazu beitragen, die Technik schnell zum Leben zu bringen“, ergänzt Sommer.

Mehr Informationen aus den Infrastrukturen

Dabei werde man die 450-MHz-Funkfrequenz keineswegs isoliert betrachten, sondern im engen Kontext mit anderen Datentransfer-Technologien wie LoRaWAN, Narrowband-IoT oder LTE.

Alle Kanäle sollen mit der Digimondo-IoT-Software verknüpft und integriert betrieben werden. „Es geht uns nicht um Technikdiskussionen oder was richtig oder falsch ist, sondern um den Nutzen. Das Ziel allen Handelns muss sein, mehr Informationen aus den Infrastrukturen zu gewinnen, Daten aus den verschiedenen Quellen zu kombinieren und mit ihnen im Sinne der Energiewende effektiv und zielorientiert zu arbeiten, beispielsweise den Netzbetrieb und den Netzausbau besser prognostizieren und planen zu können“, so Sommer.

Chancen für Stadtwerke im Zusammenspiel der Technologien

Der Fokus von 450-MHz-Funkfrequenz liegt klar auf klassischen Kritis-Anwendungen und dem Auslesen intelligenter Messsysteme sowie dem Steuern von Erzeugungsanlagen, Energiespeichern und Ladeinfrastrukturen von Elektromobilen. Ein offener Funkstandard wie LoRaWAN andererseits adressiert primär netzferne Aufgaben in der Smart City.

Eine klare Abgrenzung gebe es aber nicht, sind sich Sommer und Rath einig. Für das Auslesen von Kabelverteilerschränken, Wärmemengenzählern oder Brunnenpegelsensoren beispielsweise sei LoRaWAN passender und ausreichend. In vielen Anwendungsfällen werde man beide Technikwelten sinnvoll kombinieren können, indem etwa das klassische Metering via Smart Meter Gateway und 450-MHz-Funknetz organisiert wird.

Andere Parameter werden im Gebäude oder im Quartier sensorbasiert erhoben, die Daten per LoRaWAN eingesammelt und gegebenenfalls via CLS-Schnittstelle am Smart Meter Gateway ebenfalls über das 450-MHz-Funknetz in die Backendsysteme übertragen. Jede Technologie habe ihre speziellen Stärken und ihre Daseinsberechtigung. „Im Zusammenspiel der Technologien sehen wir immenses Optimierungs- sowie Geschäftspotenzial und somit eine große Chance für Stadtwerke, Energieversorger und Netzbetreiber“, so Rath. (sg)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper