Von links: Fritz Wengeler (Geschäftsführer Smart Optimo), Tino Schmelzle (Geschäftsführer SWO Netz), Jan-Frederic Graen (Gründer und Geschäftsführer Peer-Metering) und Daniel Waschow (Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück) stellten jetzt die 1:n-Metering-Lösung von Peer-Metering vor.

Von links: Fritz Wengeler (Geschäftsführer Smart Optimo), Tino Schmelzle (Geschäftsführer SWO Netz), Jan-Frederic Graen (Gründer und Geschäftsführer Peer-Metering) und Daniel Waschow (Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück) stellten jetzt die 1:n-Metering-Lösung von Peer-Metering vor.

Bild: Hörmeyer/SWO

Von Stephanie Gust

"Wer heute ein intelligentes Messsystem in ein Mehrparteienobjekt bringen will, steht vor einem grundlegenden Problem", sagt Jan-Frederic Graen, Mitgründer und Geschäftsführer des Start-ups Peer-Metering. "Bislang ist häufig ein eigenes Smart-Meter-Gateway pro Wohneinheit nötig – 1:n-Lösungen sind aktuell entweder kabelgebunden oder Wireless-M-Bus-Lösungen haben bisher eine geringe Reichweite. Technisch können mehrere Gateways verwendet werden – wirtschaftlich ist das aber kaum darstellbar. Genau hier setzen wir mit unserer Lösung an."

Mit einer neuen Funklösung des Start-ups aus Osnabrück lassen sich eigenen Angaben zufolge bis zu 30 Zähler an ein einziges Smart-Meter-Gateway anbinden. Der Ansatz verspricht technische Vereinfachung und wirtschaftliche Skalierbarkeit – auch in Altbauten und komplexen Quartieren. Das 2024 gegründete Unternehmen entwickelt Kommunikationslösungen für den intelligenten Messstellenbetrieb. Ziel von Peer-Metering ist es, Smart-Metering einfacher und wirtschaftlicher zu gestalten – insbesondere in Bestandsgebäuden. Hauptgesellschafter sind die Stadtwerke Osnabrück. Der Kommunikationsadapter des Start-ups ist bereits zertifiziert und einsatzbereit.

Funklösung statt Verkabelung

Kern der Lösung ist ein kompakter Kommunikationsadapter, der mehrere moderne Messeinrichtungen kabellos an ein SMGW anbindet. Eine Sendeeinheit wird direkt am Zähler angebracht und überträgt die Verbrauchsdaten per LP-WAN-Funk über bis zu 150 Meter an eine Empfangseinheit. Von dort gelangen die Daten per Wireless-M-Bus an das Gateway. Die Installation dauert nur wenige Minuten und kommt ohne bauliche Eingriffe aus – selbst über mehrere Etagen und durch Kellerwände hinweg.

In mehreren Feldversuchen wurde die Technologie bereits erprobt. "Unsere Technologie ermöglicht in neuen Maßstäben eine wirtschaftlich skalierbare Lösung für den iMSys-Rollout in real existierenden Wohngebäuden auch über mehrere Etagen hinweg – nicht nur auf dem Papier, sondern im echten Betrieb", betont Graen. "Wir sind längst aus dem Proof-of-Concept-Stadium heraus. Unsere Lösung läuft bereits heute stabil in mehreren Feldversuchen."

Anschlussfähig und gesetzeskonform

Mit dem 1:n-Prinzip schließt Peer-Metering eine Lücke zwischen den aktuellen Rollout-Strategien. Während über "Smart Meter Light" und klassische Intelligente-Messsystem-Lösungen weiter diskutiert wird, bietet die Osnabrücker Lösung einen pragmatischen Mittelweg: Sie nutzt vorhandene Gateway-Infrastruktur und ist vollständig prozesskompatibel. "Dank 1:n-Metering erschließen wir Gebäude, in denen der Smart-Meter-Rollout bislang wirtschaftlich nur schwer abbildbar war – ohne neue Kabel, ohne Kompromisse bei Sicherheit und Gesetzeskonformität", erklärt Daniel Waschow, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück, dem Hauptgesellschafter des Start-ups.

Die Lösung ist laut Unternehmen mit bestehenden GWA-Systemen wie Robotron kompatibel. Auch die Hardware ist bereits zertifiziert. Entwicklung und Produktion erfolgen vollständig in Deutschland.

Wirtschaftlich tragfähig – auch im Bestand

Für Netz- und Messstellenbetreiber bringt der Ansatz vor allem eines: Skalierbarkeit. Wo sonst mehrere Gateways notwendig wären, reicht künftig eines. Das spart Hardwarekosten und vereinfacht den Rollout-Prozess erheblich. "Die Lösung von Peer-Metering ist ein echter Gamechanger für den Rollout im Bestand – technisch ausgereift, regulatorisch abgesichert und wirtschaftlich sinnvoll", erklärt Waschow.

Darüber hinaus eröffnet das System neue Möglichkeiten für dynamische Stromtarife. Durch die regelmäßige, fernübertragene Erfassung der Verbrauchsdaten können Kundinnen und Kunden auf Preissignale reagieren und günstige Tarifzeiten gezielt nutzen. Das unterstützt auch die Netzstabilität.

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