Dass das Thema Digitalisierung an Fahrt aufnehmen würde, hat der VKU frühzeitig erkannt und in der Zentralabteilung unter im August 2022 ganz neu den spartenübergreifenden Bereich Digitales eingerichtet.

Dass das Thema Digitalisierung an Fahrt aufnehmen würde, hat der VKU frühzeitig erkannt und in der Zentralabteilung unter im August 2022 ganz neu den spartenübergreifenden Bereich Digitales eingerichtet.

Bild: © carballo/AdobeStock

Von: Maria Rost, Bereichsleiterin Digitales in der Zentralabteilung VKU

Die Digitalisierung ist längst in den kommunalen Unternehmen angekommen. Sie verändert den Arbeitsalltag und interne Prozesse und ist damit ein wichtiger, wenn nicht gar der Schlüssel für smarte Lösungen. Das ist das Ergebnis der VKU-Umfrage zum Thema „Digitale Transformation“, die der Bereich Digitales der Zentralabteilung im März 2023 durchgeführt hat.

Das Interesse am Thema war groß: 413 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Mitgliedsunternehmen haben ihre digitalen Trends identifiziert, Herausforderungen rund um die Digitalisierung im Arbeitsalltag genannt und einen Blick in die Zukunft gewagt.

Die Umfrage-Ergebnisse

Demnach sind sich 97 Prozent der Befragten einig, dass die digitale Transformation den Arbeitsalltag der Kommunalwirtschaft beeinflusst. Dass mindestens eine Person im Unternehmen Aufgaben rund um das Thema Digitalisierung beschäftigt, gaben 90 Prozent der Teilnehmenden an. Darüber hinaus planen 93 Prozent der Unternehmen, in diesem Kalenderjahr ihre Ambition im Bereich der Digitalisierung mit finanziellen Mitteln weiter auszubauen.

„Digitalisierung ist der Schlüssel für smarte Lösungen und viele Herausforderungen unserer Zeit. Als kommunale Unternehmen gehen wir die digitale Daseinsvorsorge seit jeher an, denn Digitalisierung schafft Transparenz, ermöglicht Zugang zu Wissen, ist effizient und ermöglicht nachhaltige Lösungen“, sagt Tobias Brosze, Technischer Vorstand Mainzer Stadtwerke AG und Vorsitzender des VKU-Ausschusses Digitalisierung.

Seit August 2022 spartenübergreifender Bereich Digitales im VKU

Die kommunalen Unternehmen in Deutschland leisten mit der Bereitstellung wesentlicher Infrastrukturen einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Für eine gelingende Transformation wünschen sich 90 Prozent der Unternehmen mehr digitale Kommunikation mit Behörden und Verwaltung.

In Deutschland wurde in den vergangenen Monaten viel über die notwendigen nächsten Schritte und Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung gesprochen.

Dass dieses Thema an Fahrt aufnehmen würde, hat der VKU frühzeitig erkannt und in der Zentralabteilung unter Geschäftsführer Heiko Schäffer im August 2022 ganz neu den spartenübergreifenden Bereich Digitales eingerichtet – als Antwort auf die sich wandelnden Trends und Interessen der Mitgliedsunternehmen. Die Digitalisierung bietet Chancen, um wesentliche gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, wie den demografischen Wandel, die Energiewende auf bisher nicht gedachtem Wege anzugehen oder klimatische und umweltbezogene Herausforderungen besser antizipieren zu können.

Digitale Transformation im Tagesgeschäft

Danach befragt, welche Digital-Themen aktuell im Tagesgeschäft eine entscheidende Rolle spielen, wurden die Schwerpunkte nachhaltige, digitale Geschäftsprozesse und Prozessintegration benannt. Mittlerweile gehört die digitale Steuerung zum Tagesgeschäft der Kommunalwirtschaft. Beispielsweise wird breitflächig die KI-gestützte Prozessintegration forciert und eingesetzt, um bestehende Betriebsabläufe zu optimieren und Fachkräfte zu entlasten. Wer im Ernstfall über eine klare Datenlage verfügt, kann kostspielige Versorgungsausfälle verhindern.

Begründet mit dem rein quantitativen Mangel an Nachwuchskräften stehen die kommunalen Unternehmen wie auch andere Branchen vor neuen Herausforderungen. Die Aus- und Weiterbildung sind zwei Faktoren, auf die es zukünftig mehr denn je ankommt. Nicht zu vergessen der demografische Wandel. Es ist zu erwarten, dass sich die Bedingungen der Nachwuchsrekrutierung aus Sicht der Unternehmen zunehmend erschweren werden. So gaben 77 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie das Thema Aus- und Weiterbildungsformate rund um die Digitalisierung sehr wichtig bis wichtig erachten. Eine erfolgreiche Beschäftigtenbindung: Wenn kommunale Unternehmen als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Highlights 2023

Die Entwicklung von Portal-Anwendungen und Smart-City-Bestrebungen und das Thema Glasfaserausbau wurden ebenfalls als Highlights des Jahres 2023 benannt. Um die sich stetig wandelnde und wachsende Stadt der Zukunft zu kreieren, braucht es eine aktive Kollaboration und Kooperation innerhalb des Ökosystems Kommune.

Als Daseinsvorsorger vor Ort sind kommunale Akteure oftmals die ersten Ansprechpartner für dieses Thema. Zu den aktuellen Trends in diesem Bereich zählen u.a. die Themen Mobilität, Lösungen für den Datenaustausch, nachhaltige Quartierslösungen und die digitale Infrastruktur sowie Vernetzung über Funk und Sensorik.

Zukünftige Trends: Künstliche Intelligenz, Big Data, Daten

Im Hinblick auf zukünftige Trends betrachten die Mitgliedsunternehmen die Aktionsfelder Künstliche Intelligenz, Kommunikation über Kundenportale, IT-Sicherheit (KRITIS), Big Data im Zusammenhang mit der Implementierung von Datenplattformen, smarte Anwendungen und nachhaltige Arbeitsbedingungen unter dem Stichwort „Modern Work-Life“ als bedeutungsgewinnend.

Klar ist: Die Digitalisierung ist gekommen, um zu bleiben. Sie ist Chefsache und muss beherzt vorangetrieben, politisch unterstützt und rechtlich ausgestaltet werden. Die kommunalen Unternehmen brauchen Antworten u.a. auf Fragen danach:

  • Wie und wo sind Daten verfügbar und ein Umgang mit ihnen rechtssicher?
  • Wie kriegen wir kritische Infrastrukturen resilient?
  • Wie fördern wir Aus- und Weiterbildung mit Fokus Digitalisierung der Arbeit?
  • Welche digitalen Geschäftsmodelle sind möglich?
  • Wie können wir die Digitalisierung nachhaltig gestalten?

Verstehen. Handeln. Gestalten

Als die wichtigsten Handlungsfelder geben die Unternehmen für 2023 die Themen Workflow, Personal, Organisation, Datenstrategie, IT-Sicherheit und Smart-City-Anwendungen an. Dabei ist es den Befragten besonders wichtig, vom VKU mit einem starken Netzwerk vertreten zu werden. Darüber hinaus möchten sich die Teilnehmenden in den entsprechenden VKU-Gremien aktiv mit Kolleginnen und Kollegen innerhalb der kommunalen Familie vernetzen als auch mit Expertinnen und Experten austauschen und über internationale Innovationen einen Blick über den Tellerrand gewinnen. (sg)

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