Seit einigen Wochen hat die SWTE Netz einen ungewöhnlichen Kollegen im Einsatz: einen ersten rein digitalen Mitarbeiter. Sein offizieller Name lautet: rpaprod01. Der Kollege, der auch Robotdev genannt wird, soll den Beschäftigten der Netzgesellschaft der Stadtwerke Tecklenburger Land in vielen Bereichen den Rücken freihalten.
Mitarbeiter entlasten
Robotdev ist Teil der Projektes RPA unter dem Dach der SWTE Netz. RPA steht für Robotic Process Automation, also eine Automatisierung sich wiederholender Prozesse. Was im produzierenden Gewerbe vielerorts zum Alltag gehört, hält bei der SWTE Netz Einzug in kaufmännische Prozesse.
„Der Bot ist als Unterstützung gedacht. Er soll einfache, repetitive Arbeiten übernehmen und damit die Mitarbeiter entlasten“, erklärt Frank Möllenbeck, Kaufmännischer Leiter der SWTE Netz. Ein Beispiel: Im Bereich der Netzwirtschaft gibt es Prozesse, in denen die Beschäftigten bisher 15.000 Mal vier Klicks im SAP setzen müssen. „Solche Aufgaben kann ein digitaler Roboter übernehmen, so dass die Mitarbeiter mehr Raum für andere, anspruchsvollere Tätigkeiten haben“, so Frank Möllenbeck.
Keine Konkurrenz für echte Arbeitskräfte
Eine Konkurrenz für echte Arbeitskräfte sei Robotdev nicht. „Wir haben so viele Aufgaben“, betont Frank Möllenbeck. „Gerade mit Blick auf den zu erwartenden Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung müssen wir heute schon genau hinschau-en, wofür wir die kostbare Arbeitszeit von unseren qualifizierten Mitarbeitern einset-zen.“
So wird der Roboter eingearbeitet
Entwickelt wurde der digitale Mitarbeiter von der Firma Cronos aus Münster. Von Sei-ten der SWTE Netz, hat die kaufmännische Mitarbeiterin Lisa Rosenfeld daran mitge-arbeitet, dass Robotdev lernt, was er können muss. Aktuell kommt der digitale Roboter zum Beispiel im Prozess von Lieferantenwechseln zum Einsatz. Zudem beherrscht er inzwischen das Anlegen neuer Mandanten im SAP. Sukzessive kommen weitere Aufgaben hinzu.
Eine Entlastung der Beschäftigten sei deutlich zu spüren. Robotdev erledigt so viele Routine-Aufgaben, dass die echten Kollegen insgesamt einen ganzen Arbeitstag mehr Zeit für andere Aufgaben haben. Wie aber wird ein digitaler Kollege eingearbeitet?
„Dafür werden zuerst die einzelnen Abläufe innerhalb eines Prozesses durch Mitfilmen ermittelt. Jede Eingabemaske im SAP, jeder einzelne Klick, den ein Beschäftigter macht, werden dabei nachgehalten“, erklärt Lisa Rosenfeld. Auf dieser Grundlage werden kurze Prozessstrecken mit einfachen Wenn-Dann-Entscheidungen ausgemacht. Schließlich erfolgt die Programmierung.
So wird der Roboter kontrolliert
Wie die echten Kollegen verfügt der Roboter über eine eigene E-Mail-Adresse und einen eigenen SAP-User. Ganz eigenständig arbeitet der digitale Neuling im Kollegenkreis aber nicht. „Wir überwachen natürlich genau, wie er arbeitet und prüfen, wie oft er zum Beispiel das Postfach scannt und ob er all seine Aufgaben findet“, erklärt Lisa Rosenfeld.
Digitalisierung in vielen Bereichen
Für SWTE Netz-Geschäftsführer Tobias Koch ist das RPA-Projekt ein Baustein der Digitalisierung unter dem Dach der Netzgesellschaft. „Als noch junges Unternehmen set-zen wir stark auf die Automatisierung von Prozessen und die Nutzung moderner Tech-nologien“, betont er. Dazu gehören innerbetriebliche Arbeitsmittel wie zum Beispiel die technische IT der SWTE Netz.
„Wir entwickeln aber auch die Digitalisierung in unserem Versorgungsgebiet weiter“, so Tobias Koch. Dazu gehört zum Beispiel der Betrieb des digitalen Funknetzes LoRaWAN in den sieben Kommunen der Stadtwerke Tecklenburger Land. Das Netzwerk eigne sich für die unterschiedlichsten intelligent vernetzten Anwendungen. (sg)



