„Die kleinen und mittleren Unternehmen stellen das Gros der Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Versorgungs- (und nicht nur in der Energie-)Wirtschaft dar", unterstreicht Edna-Chef Rüdiger Winkler.

„Die kleinen und mittleren Unternehmen stellen das Gros der Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Versorgungs- (und nicht nur in der Energie-)Wirtschaft dar", unterstreicht Edna-Chef Rüdiger Winkler.

Bild: © peshkova/AdobeStock

Laut der englischen Zeitung Daily Mail sind in Großbritannien 250.000 elektronische Zähler der Tochtergesellschaft der staatlichen China Electronics Corporation Kaifa in britischen Haushalten installiert. Laut Fachleuten könnte diese Zahl auf drei Millionen Zähler steigen.

Der frühere Tory-Vorsitzende Ian Duncan Smith, einer von fünf Abgeordneten die letztes Jahr von Peking mit Sanktionen belegt wurden, setzt sich laut dem Blatt nun dafür ein, den Einbau von Kaifa Technology UK hergestellten Zähler  zu stoppen. Bereits installierten Zähler sollen ersetzt werden.

Missbrauch möglich?

Wörtlich sagte er dem Blatt: "alle intelligenten Stromzähler verfügen über einen Schalter, mit dem der Strom aus der Ferne abgeschaltet werden kann", was in den falschen Händen "missbraucht werden könnte, um massenhafte Stromausfälle zu verursachen und das nationale Stromnetz zu beschädigen".

Er nannte die "systematische Versuchen der chinesischen Regierung, kritische technologische Infrastrukturen - sowohl im Vereinigten Königreich als auch im Ausland - zu infiltrieren" eine der größten Gefahren für die Sicherheit und den Wohlstand des Vereinigten Königreichs. Erst kürzlich habe das National Cyber Security Centre vor einer "digitalen Abhängigkeit" von Peking gewarnt.

Keine Kaifa-Zähler in USA

Das International Cyber Policy Centre habe die China Electronics Corporation als "sehr hohes Risiko" eingestuft - nicht zuletzt aufgrund ihrer Rolle als einer der führenden chinesischen Hersteller von Militärelektronik. Die US-Regierung soll das Unternehmen aus ähnlichen Gründen bereits mit Sanktionen belegt und Kaifa von der Einführung intelligenter Zähler in den USA ausgeschlossen haben, führt Smith aus.

Ihm zufolge würden die von Kaifa Technology UK hergestellten Modelle, die 30 Prozent weniger als die durchschnittlichen Marktpreise für intelligente Zähler kosten. Eingesetzt würden sie von Energieversorgern wie Eon und Octopus, die sie in großen Mengen aufkaufen, schreibt Smith in der Daily Mail.

Wirtschaftsministerium sieht keine Gefahr

Eine andere Sichtweise in dem Artikel vertrat ein Sprecher von Energy UK, der erklärte, alle in Großbritannien installierten intelligenten Zähler unterlägen den "robustesten Sicherheitsvorkehrungen" und reagierten nur auf Befehle, die von autorisierten Nutzern gesendet würden - zu denen der Hersteller nicht gehöre.

Im Ministerium für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie beschwichtigte ein Sprecher: "Das intelligente Messsystem, das in Großbritannien in Betrieb ist, wurde in enger Absprache mit Branchenexperten und dem National Cyber Security Centre, einem Teil des GCHQ, entwickelt und verfügt über umfassende Sicherheitsstandards und Schutzmaßnahmen."

"Zählerhersteller können nicht direkt mit intelligenten Zählern kommunizieren"

Intelligente Zähler können demnach nur auf Mitteilungen reagieren, die sicher von autorisierten Organisationen wie Energieversorgern gesendet werden. Die Nutzer können sicher sein, dass die Zählerhersteller in keiner Weise direkt mit den intelligenten Zählern kommunizieren können.

Eine andere Regierungsquelle habe hingegen eingräumt, dss China "eine systemische Herausforderung für unsere Sicherheit, unseren Wohlstand und unsere Werte" darstelle. Sie fügte hinzu, dass der Premierminister sich verpflichtet habe, den Integrierten Bericht 2021 zu aktualisieren, der die Bedrohung der wirtschaftlichen Sicherheit Großbritanniens durch China darlege. (sg)

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