Das erste Gerät der Frankenmetering ist eingebaut.

Das erste Gerät der Frankenmetering ist eingebaut.

Bild: © TMZ/Stadtwerke Bayreuth

Sieben Monate nach Vertragsunterschrift über Dienstleistungen im wettbewerblichen Messstellenbetrieb (wMSB) verbaute die Frankenmetering GmbH und Co KG (Frankenmetering) mit Hilfe der Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH (TMZ) die ersten Smart Meter Gateways in einem Wohnhaus der Gewog in Bayreuth.

Stadtwerke Bayreuth-Geschäftsführer Jürgen Bayer ist überzeugt, dass die Technik gerade für die Wohnungswirtschaft viele Vorteile bietet: „Es ergeben sich keine Fehler mehr bei der Ablesung und der Energieverbrauch wird deutlich transparenter. Unsere Kunden können jederzeit über ein Webportal in Echtzeit verfolgen, wie viel Strom gerade verbraucht wird und es lassen sich auch historische Werte analysieren. So ist es möglich Einsparpotentiale zu heben – ein wichtiger ökologischer Gesichtspunkt – sowie die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.“

Frankenmetering

Die Frankenmetering besteht aus neun fränkischen Stadtwerken: Baiersdorf, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Neustadt bei Coburg und Rödental. Mit der „Frankenmetering“ haben die Unternehmen eine gemeinsame Gesellschaft gegründet, mit der sie den Einsatz intelligenter Messsysteme in Franken vorantreiben wollen.

Weitere Geräte sollen dieses Jahr folgen

Bayer hofft durch das Pilotprojekt schnell Erfahrungen sammeln zu können, um den Einsatz intelligenter Messsysteme möglichst schnell voranzutreiben. Noch in diesem Jahr will er weitere Geräte verbauen.

Neben der Montage der Geräte untersetzt die TMZ, die Frankenmetering in ihrer Rolle als wMSB, mit weiteren Leistungen. Dazu gehören unter anderem die Durchführung der Prozesse im Bereich Smart-Meter-Gateway-Administration, das Meter-Daten-Management sowie der Betrieb des MSB-ERP-Backends. Der Vertrag umfasst außerdem die Umsetzung der Visualisierungsanforderungen nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) sowie der Energieeffizienz-Richtlinie (EED).

„Die Frankenmetering kann ihren Gesellschaftern durch den wettbewerblichen Messstellenbetrieb zusätzliche Mehrwerte für deren Produkt- und Leistungsangebot schaffen. Als TMZ erhalten wir hierdurch wertvolles Feedback für unsere Dienstleistungen, insbesondere im Umfeld der Wohnungswirtschaft“, erläutert Andreas Nehring, Geschäftsführer der TMZ.

Schnellere Nebenkostenabrechnung

Gewog-Geschäftsführer Uwe Prokscha betont die neuen Möglichkeiten, die die intelligenten Zähler bieten: „Gerade die Nebenkostenabrechnung können wir für unsere Mieterinnen und Mieter damit schneller erstellen, da eine Vor-Ort-Ablesung der Zähler nicht mehr notwendig sein wird. Außerdem haben wir durch die Visualisierung des Energieverbrauchs im Webportal deutlich mehr Informationen, was wir künftig für unsere Vergleichsanalysen zwischen unseren Mietshäusern einsetzen wollen.“

E-Mobilität und Netzentlastung

Prinzipiell bieten Bayer zufolge die Smart-Meter-Gateways zahlreiche weitere Funktionen. Im Bereich der E-Mobilität finden intelligente Messsysteme kontinuierlich breitere Anwendungsfelder. Durch die netzdienliche Steuerung werden Netzengpässe vermieden. Die Herausforderung der Zukunft besteht darin, genügend Leistung liefern zu können, wenn viele Menschen zur gleichen Zeit ihr Elektroauto laden wollen.

„Um die Netze zu entlasten, könnten wir Verträge abschließen, die es ermöglichen, dass intelligente Messsysteme auch Wallboxen schalten können“, erklärt Bayer. In jedem Fall wollen die Stadtwerke Bayreuth ihre Produktpalette mithilfe intelligenter Messsysteme ausweiten und weitere Dienstleistungen anbieten. „Die TMZ testet hier schon verschiedene Anwendungen“, verrät Bayer.

Gisa übernimmt Betrieb und Betreuung der TMZ-Smart-Meter-Gateway-Administrations-Landschaft

In der TMZ sind neben dem Hauptgesellschafter, die TEAG Thüringer Energie AG, sechs Thüringer Stadtwerke sowie ein hessischer Energieversorger engagiert. Erst kürzlich hat das Unternehmen den halleschen IT-Dienstleister GISA mit dem Betrieb und der Betreuung seiner Smart-Meter-Gateway-Administrations-Landschaft beauftragt.

Der entsprechende Vertrag sieht auch die Erweiterung und Weiterentwicklung der Systeme vor, bestehend aus Gateway Administrations-System, EMT/MDM-System, EMT-Mandanten, EMT/MDM-Schnittstellen und CLS- Systemlandschaft. Die Vertragslaufzeit ist über mehrere Jahre fixiert.

Bereits seit 2016 arbeiten TMZ und GISA in den Bereichen SMGW-Administration und Messwertverarbeitung zusammen. GISA betreibt die MDM- und GWA-Lösung namens „gisa.SmartMeterSolution“ als ein Multi-Mandanten-System. Die Basis bildet das robotron*eSmart und der robotron*GWA-Manager aus dem Hause Robotron Datenbank Software GmbH. Die Systeme werden in einem, den rechtlichen Anforderungen an die Smart-Meter-Gateway-Aministration entsprechend zertifizierten, GISA-Rechenzentrumsverbund betrieben. (sg)

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