Optimistische Gesichter bei den Teilnehmern des Kickoff-Meetings in Norderstedt (von links): Béla Schramm (Enpal), Falk Zanini (Enpal), Georg Baumgardt (IVU), Hannes Bitter (Meterpan), Steffen Heudtlaß (Meterpan), Lukas Dörr (Enpal), Wim Drożak (Enpal), Florian Zitzelsberger (Enpal), Michael Wolff (IVU) und Alexander Katz (Enpal)

Optimistische Gesichter bei den Teilnehmern des Kickoff-Meetings in Norderstedt (von links): Béla Schramm (Enpal), Falk Zanini (Enpal), Georg Baumgardt (IVU), Hannes Bitter (Meterpan), Steffen Heudtlaß (Meterpan), Lukas Dörr (Enpal), Wim Drożak (Enpal), Florian Zitzelsberger (Enpal), Michael Wolff (IVU) und Alexander Katz (Enpal)

Bild: © MeterPan

Von Stephanie Gust

Im Markt für Gateway-Administration (GWA) kommt es derzeit zu einer deutlichen Verdichtung. Zum einen hat die Berliner Enpal, nach eigenen Angaben Deutschlands Marktführer für dezentrale Komplettlösungen mit Photovoltaik und Wärmepumpen, mit IVU Informationssysteme und ihrer Tochter Meterpan eine umfassende Kooperation geschlossen. Zum anderen konnte die Schleupen SE eine Ausschreibung der bayerischen Einkaufsgemeinschaft EGEVU eG für sich entscheiden – und damit gleich 31 Stadtwerke als neue Kunden gewinnen.
 

Ausgründung wettbewerblicher Messstellenbetrieb und White-Label-Partnerschaft für Stadtwerken

IVU, Meterpan und Enpal haben zum 18. Juni ihre operative Zusammenarbeit gestartet. Ziel ist es, die energiewirtschaftlichen Prozesse rund um Gateway-Administration und CLS-Steuerung über die Tremondi-Plattform von IVU und Meterpan abzubilden. Die Plattform wird bereits von einer Vielzahl kleiner und mittlerer Versorger genutzt und ist auch für hohe Volumina ausgelegt. Enpal will darüber hinaus das eigene Know-how aus dem Smart-Meter-Rollout in ein neues Geschäftsmodell überführen: Das Unternehmen gründet seinen wettbewerblichen Messstellenbetrieb aus. Damit sollen nicht nur eigene Anlagen betrieben werden, sondern Enpal will künftig auch als White-Label-Partner für Stadtwerke auftreten, die beim Rollout intelligenter Messsysteme unter Zeitdruck stehen.

"Mit der Smart-Meter-Skalierung und dem CLS-Steuer-Rollout stehen weitere große Aufgaben für die Energiewende auf der Agenda. Diese erfolgreich zu bewältigen, wird nur mit starken Partnerschaften wie dieser gelingen", erklärt Wim Drożak, bei Enpal für Smart Metering verantwortlich. Unterstützt wird Enpal dabei operativ wie vertrieblich von IVU und Meterpan.

Hintergrund der Partnerschaft ist auch eine bereits bestehende technologische Nähe: Enpal nutzt seit 2023 die Energy-Software der Wilken Software Group für Prozesse seines wettbewerblichen Messstellenbetriebs und für die Direktvermarktung– ein System, mit dem auch Meterpan und IVU arbeiten. Darüber hinaus hat Meterpan kürzlich seine Rechenzentrumskapazitäten für seine Plattform signifikant erweitert. Das erlaubt die schnelle Mandantenanbindung neuer Kunden – auch in der Größenordnung von Enpal.

Perspektivisch möchte Enpal so nicht nur B2C-Prozesse abbilden, sondern sich auch als B2B-Dienstleister für Stadtwerke etablieren. Für Steffen Heudtlaß, Geschäftsführer von Meterpan, ist die Partnerschaft daher doppelt bedeutend: "Auf der einen Seite gewinnen wir einen Kunden mit großen Stückzahlen. Auf der anderen Seite entwickeln sich durch das Partnergeschäft auf Stadtwerke-Ebene perspektivisch weitere reizvolle Optionen."

Schleupen überzeugt EGEVU mit 31 Stadtwerken

Einen weiteren Erfolg kann die Schleupen SE vermelden: Das Unternehmen hat sich mit seiner GWA-Komplettlösung bei der Einkaufsgemeinschaft Energieversorgungsunternehmen EGEVU eG durchgesetzt. Damit werden künftig insgesamt 31 Stadtwerke aus Bayern die Lösung von Schleupen nutzen. Bereits in diesem Jahr sollen erste 2000 Gateways verbaut werden, mittelfristig sind 20.000 intelligente Messsysteme geplant.

Neben einem wettbewerbsfähigen Angebot war laut EGEVU insbesondere die Integrationsfähigkeit in vorhandene Abrechnungssysteme ausschlaggebend. Denn viele Mitglieder der Gemeinschaft arbeiten mit IT-Lösungen anderer Anbieter. "Ich bin fest überzeugt, dass die Integrationsfähigkeit einer Lösung sich immer mehr zu einem erfolgskritischen Faktor entwickelt, da IT-Landschaften immer komplexer werden", sagt Volker Kruschinski, Vorstandsvorsitzender der Schleupen SE. Man habe daher gezielt in Schnittstellen investiert – ein Aufwand, der sich nun auszahle.

Konsolidierung schreitet voran

Aufgrund geringer Margen und hoher regulatorischer Anforderungen lohnen sich eigenständige Lösungen meist erst bei großen Stückzahlen. Sowohl Schleupen als auch IVU/Meterpan setzen auf ein integriertes Angebot mit hoher Skalierbarkeit. Dass Enpal, ein wachstumsstarker Player aus dem B2C-Segment, sich für IVU und Meterpan entscheidet, dürfte Signalwirkung haben. Ohnehin war der Markt in letzter Zeit von Konsolidierungstendenzen geprägt.

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