Seit Juni entwickeln Netze BW und EMH Metering eine technische Lösung, mit der sich mehrere Moderne Messeinrichtungen an ein einziges Smart Meter Gateway anbinden lassen. Wie weit sind Sie in diesem Projekt?
Arkadius Jarek, Leiter MSB-Management bei Netze BW: Nach intensiven Tests in unseren Zählerlaboren testen wir das sogenannte 1zuN-Verfahren aktuell im Feld mit freiwilligen Kunden. Über übliche Anfälligkeiten bei Funkverbindungen hinaus konnten wir dabei bisher keine größeren Probleme feststellen. Eine finale und abschließende Beurteilung ist aber erst nach Abschluss der Testphase möglich.*
Peter Heuell, Geschäftsführer EMH Metering: Indem wir die Zähler weiter optimieren, können wir solche Anfälligkeiten bei der Funkverbindung jedoch problemlos verringern.
* Anm. d. Red.: Pro Gebäude testen die Partner sechs Monate lang. Die Testphase insgesamt hat kein fest definiertes Ende.
Wie viele Zähler lassen sich höchstens an ein Gateway anbinden? (Was ist die maximale Anzahl an modernen Messeinrichtungen pro Gateway?)
Jarek: In unseren Testaufbauten konnten wir bis zu 30 Basiszähler problemlos an ein Smart Meter Gateway (SMGW) anbinden.
Heuell: Der Maximalwert ist aber damit noch nicht erreicht.
Ist das Modell BSI-konform?
Heuell: Ja, die Lösung wird BSI-konform sein. Unser Smart Meter Gateway CASA wird für die 1:N-Anwendung die Zertifizierung nach Common Criteria (CC) und nach Technischer Richtlinie (TR) des BSI erhalten. Die entsprechende Zertifizierung ist in Vorbereitung. Auch die eichrechtliche Zulassung unserer 1:N -Zähler ist in Vorbereitung.
Wo befindet sich das Gateway (zum Beispiel im Ortsnetztrafohäuschen wie bei Hausheld)? Wie wird die Datenübertragung gewährleistet?
Heuell: Der Zähler sendet unidirektional Daten direkt und ohne Repeater an das Gateway via wMbus, so dass die BSI-vorgeschrieben Spezifikation des Open Metering Systems (OMS) Standards gewährleistet sind. Durch das optimierte Kompaktprofil wird man somit auch den Anforderungen an den TAF7 nach PTB-A 50.8 gerecht.
Jarek: Das Gateway verbleibt, wie auch bei den drahtgebundenen Lösungen, in den Kellerräumen des Anschlussnehmers. Die Funkanbindung erleichtert die Installation jedoch erheblich. Mit Funk erreicht man die optionalen Einbaufälle erstmals wirtschaftlich.
Welche TAF können damit umgesetzt werden und welche nicht?
Heuell: Mit dem Smart-Meter-Gateway Casa und entsprechend geeigneten 1:N-Zählern können TAF 1, 2, 6, 7, 9, 10 und 14 umgesetzt werden. Unsere 1:N-Zähler, sowohl mit Dreipunktbefestigung als auch in eHZ-Stecktechnik, sind prinzipiell geeignet die genannten Tarifanwendungsfälle zu unterstützen.
Jarek, Netze BW: Unsere Tests haben bereits gezeigt: Die Zähler können Messwerte auf Viertelstunden genau liefern. Damit erfüllen sie die PTB-A 50.8 für TAF7. Auch TAF 1 und 6 konnten wir in unseren bisherigen Tests erfolgreich umsetzen.
Wie sieht es mit den neuen hochauflösenden TAFs aus, können hier auch mehrere Zähler und ein Gateway verwirklicht werden?
Heuell: Mit unserem Smart-Meter-Gateway lassen sich auch mit mehreren angeschlossenen 1:N-Zählern solche TAFs umsetzen. So können beispielsweise Minutenprofile der Verbrauchsdaten gebildet werden, um Visulisierungen beim Kunden zu unterstützen. Profile im 200 Millisekundenraster, wie sie neuerdings von einigen gewünscht werden, lassen sich mit der Lösung nicht umsetzen.
Die Fragen stellte Stephanie Gust



