Das Unternehmen Ecoplanet mit Sitz in München wurde vor zwei Jahren gegründet. „Wir wollen Unternehmen zum Vorreiter der Energiewende machen“, gibt Henry Keppler, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer des Start-ups, die Richtung vor. Ecoplanet hat eine Software entwickelt, die auch Künstliche Intelligenz (KI) zur Hilfe nimmt und das Thema Energiemanagement ganzheitlich zugänglich machen will.
„Anders als bei der klassischen Energieberatung achten wir nicht nur auf den Energieverbrauch, sondern unsere Software bringt auch den Energieeinkauf und die Regulatorik zusammen.“ Anwender können damit ihren Verbrauch optimieren, klug Energie einkaufen und nebenbei die Gesetze einhalten, so Kepplers Versprechen. Ab Juli 2025 gilt für alle Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von über 7,5 Gigawattstunden, dass sie ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einführen und sich zertifizieren lassen müssen. Diese regulatorische Pflicht stellt Tausende Unternehmen in Deutschland vor große Herausforderungen.
Indiviuelle Bedarfsanalye mit Verbrauchsoptimierug
Aufgrund des wachsenden regulatorischen Drucks setzen eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen, von großen Industriekonzernen bis hin zu regionalen Filialisten und Unternehmensgruppen, bereits auf die Lösungen von Ecoplanet. Mit der Software wird der Verbrauch ganzheitlich analysiert. Entscheidende Parameter sind beispielsweise, ob der Betrieb rund um die Uhr oder nur zu bestimmten Zeiten läuft, ob es Sommer ist oder Winter, wie viel Fläche beheizt wird. Für jede Firma geschieht die Analyse individuell im Hintergrund der Software.
Um diese umfassende Analyse zu unterstützen, wurde die eigens entwickelte KI „Ember AI“ integriert. In Verbindung mit intelligenter Mess- und Regelungstechnik ist Ember in der Lage, in Echtzeit Energieverbräuche zu analysieren und direkt Maßnahmen zu generieren, sogenannte Insights. Dadurch können Unternehmen ihre Energiekosten durch Verbrauchsoptimierung senken und gleichzeitig durch intelligente Stromtarife flexibel auf einen sich stark verändernden Energiemarkt reagieren.
Intelligenter Energieeinkauf senkt Kosten und ist auch für Stadtwerke interessant
Im zweiten Schritt werden die Energiekosten mit intelligentem Einkauf von Energie gesenkt. „Mit unserer Software kann man auswerten, wie das eigene Stromlastprofil zu den Spotpreisen passt und wie man es optimieren kann“, verdeutlicht Keppler. Es gilt also, den passenden Energie-Liefervertrag zu finden und Energie zu verbrauchen, wenn viel Sonne scheint oder der Wind weht – und zugleich kann man damit den CO₂-Wert senken. Für Firmen ist dies kein unbedeutender Faktor.
Die intelligente Energiebeschaffung sei besonders auch für Stadtwerke interessant. „Wir ermöglichen es zum Beispiel Stadtwerken, auch kleineren Kunden relativ komplexe Beschaffungsmodelle mit unserer Software zugänglich zu machen. „Insbesondere auch mit der Verpflichtung, ab 2025 flexible Tarife anzubieten, nehmen wir die Kunden stärker an die Hand und Stadtwerke können dadurch ein breiteres Portfolio an Leistungen anbieten“, sagt Keppler.
Wenig Vorkenntnisse nötig
Insgesamt können kleine Unternehmen mit wenigen Vorkenntnissen ihr Energiemanagement mit der Software deutlich effizienter betreiben. Man unterstütze auch beim Thema Spitzenlastmanagement, damit teure Lastspitzen vermieden werden, so Keppler. Die Software bietet zudem eine detaillierte Aufschlüsselung der Energiekosten, einschließlich der einzelnen Kostenbestandteile sowie der Transparenz über den Spot- und Terminmarkt. „Auch wenn Sie kein Energieexperte sind, können Sie mit Hilfe der Software ein effektives Beschaffungsmodell umsetzen“, verdeutlicht Keppler.
Regulatorische Anforderungen sind abgedeckt
Der dritte Baustein, die Regulatorik, ermöglicht eine softwaregestützte ISO 50001-Zertifizierung für Unternehmen. „Regulatorische Anforderungen im Energiemanagement sind oft komplex und erfordern erhebliche Ressourcen“, weiß Maximilian Dekorsy, der zweite Gründer und Geschäftsführer von Ecoplanet. Mit der Software können Firmen für mehr Transparenz sorgen und den gesamten Prozess der Zertifizierung und Datenverwaltung vereinfachen. Die benutzerfreundliche Oberfläche und die automatisierten Funktionen ermöglichen es Unternehmen, die notwendigen Daten effizient zu verwalten und die Zertifizierungsanforderungen problemlos zu erfüllen. (sg)



