Kundinnen und Kunden der SW Kiel Netz können ab sofort ihre Zählerstände per Foto übermitteln. Eine Software auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) analysiere den hochgeladenen Schnappschuss, lese den Zählerstand aus und gleiche die Zählernummer ab, teilte die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Kiel mit. Der traditionelle Weg der manuellen Meldung bleibt laut Unternehmen aber weiterhin bestehen.
Einfacher ablesen, Fehler vermeiden
Als Betreiber der Strom-, Erdgas-, Wasser- und Fernwärmenetze in Kiel und umliegenden Kommunen benötigt die Netzgesellschaft jährlich Zählerstände aller angeschlossenen Verbraucher. Die Daten dienen dazu, den jeweiligen Energielieferanten die Netznutzung in Rechnung zu stellen.
Der neue KI-Prozess soll diese Pflichtmeldung vereinfachen und dokumentieren: Die Fotos können im Nachgang als Beleg für Plausibilitätsprüfungen dienen. Ziel seien weniger Zahlendreher und dadurch präzisere Abrechnungen.
Nach Anmeldung über einen QR-Code im Kundenportal wählen Nutzerinnen und Nutzer den gewünschten Zähler aus, fotografieren die Anzeige und bestätigen den automatisch erkannten Wert. Die Bilder werden laut SW Kiel Netz ausschließlich zur Verbrauchserfassung nach geltendem Datenschutzrecht genutzt.
Teil einer größeren KI-Strategie
Der neue Fotoservice fügt sich in die KI-Ausrichtung des Netzbetreibers ein. "Die nun eingeführte KI-gestützte Bilderkennung ist ein weiterer Baustein für uns im Bereich der künstlichen Intelligenz", sagt Geschäftsführer Tobias Zuckschwerdt. Sein Unternehmen ist mit sechs weiteren Netzgesellschaften in der "Brancheninitiative GenAI Factory Netzbetreiber" zusammengeschlossen.
Das Projekt verfolgt das Ziel, anwendbare KI-Lösungen für Netzbetreiber zu entwickeln – etwa in Stromlastprognose, Kundenservice, Netzdokumentation und automatischer Eingangsbearbeitung. Auf dem diesjährigen VKU-Stadtwerkekongress im Oktober in Mainz erhielt die Initiative den Stadtwerke-Award in Gold.



