Bei der 1:n-Lösung erfolgt die Kommunikation zwischen Zähler und Smart-Meter-Gateway über Funk im Wireless M-BUS-Protokoll entsprechend OMS-Standard (Open Metering System).

Bei der 1:n-Lösung erfolgt die Kommunikation zwischen Zähler und Smart-Meter-Gateway über Funk im Wireless M-BUS-Protokoll entsprechend OMS-Standard (Open Metering System).

Bild: © EMH Metering

Die sogenannte 1:n-Lösung ermöglicht die Anbindung mehrerer moderner Messeinrichtungen an ein einziges Smart Meter Gateway. Die Kommunikation erfolgt über Funk. Das senkt die Kosten des Pflichtrollouts für den Messstellenbetreiber erheblich, teilten Netze BW und EMH Metering mit.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, Energiedaten möglichst vieler Kunden über die Kommunikationsstrecke eines einzigen SMGW laufen zu lassen“, betont Peter Heuell, Geschäftsführer von EMH Metering.

n:1-Lösung

Heuell fährt fort: „Das wäre ein Meilenstein für die Digitalisierung der Energiewirtschaft.“ Bisher muss jeder zusätzliche Zähler per Kabel an das Gateway angebunden werden. Dadurch ist die Montage sowohl technisch als auch wirtschaftlich aufwändig.

Die Anbindung ist zudem nur möglich, wenn sich moderne Messeinrichtungen und Smart-Meter-Gateways in einem für die Verkabelung geeignetem Zählerschrank befinden. Das begrenzt die Anzahl der modernen Messeinrichtungen, die sich anbinden lassen, erheblich.

Wirtschaftliche Anbindung von optionalen Einbaufällen

„Unsere 1:n-Lösung hat noch weitere Vorteile“, so Arkadius Jarek, Leiter des Messstellenbetriebs der Netze BW. „Erstmals lassen sich auch optionale Einbaufälle wirtschaftlich anbinden, also solche, bei denen aktuell noch keine Smart-Meter-Gateway-Einbaupflicht besteht. Auf diese Weise können wir deutlich mehr Kunden mit unseren neuen Dienstleistungen erreichen, als vom Pflichtrollout vorgesehen.“

Das Design der neuen 1:n-Lösung verringert demnach die Hardware-Kosten und macht den Smart Meter-Rollout deutlich effizienter und wirtschaftlicher. „EMH Metering fertigt sowohl Zähler als auch Gateways – also alle Bausteine, die wir für die Entwicklung dieser Lösung brauchen“, betont Arkadius Jarek.

Technischer Hintergrund

Bei der 1:n-Lösung von Netze BW und EMH Metering erfolgt die Kommunikation zwischen Zähler und Smart-Meter-Gateway über Funk im Wireless M-BUS-Protokoll entsprechend OMS-Standard (Open Metering System). Dadurch sei die Lösung interoperabel einsetzbar.

Das Protokoll wurde so weiterentwickelt, dass künftig die eichrechtlichen und regulatorischen Vorgaben bei Umsetzung des Tarifanwendungsfalls (TAF) 7 im wM-BUS-Protokoll eingehalten werden. Die Firmware seines Gateways CASA hat EMH metering ebenfalls angepasst. Die 1:n-Lösung wird künftig alle Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) an ein intelligentes Messsystem erfüllen, heißt es weiter.

Erste Tests erfolgreich

In den ersten beiden Quartalen hat das System die Labortests bei Netze BW erfolgreich durchlaufen. Derzeit bereitet die Netze BW die Feldtests vor. Der Verteilnetzbetreiber plant außerdem Interoperabilitäts-Tests mit weiteren Gateway-Herstellern. Auf diese Weise wolle man sicherstellen, dass die Lösung auch mit anderen Partnern betrieben werden kann. (sg)

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