Die Anbindung mehrerer Zähler an ein Smart Meter Gateway (SMGW) wird die Wirtschaftlichkeit des Rollouts wesentlich erhöhen. Die interoperable Lösung erlaubt per wireless-M-Bus (wMBUS) die Anbindung von bis zu 50 Zählern unterschiedlicher Hersteller.
Ziel ist es, den Stadtwerke-Partnern künftig eine praxiserprobte funkbasierte 1:n-Lösung bereit zu stellen, mit der diese den Rollout effizienter und wirtschaftlicher gestalten können.
Als nächstes funkbasierte Anbindung in Erprobung
Durch Langzeittests im Voltaris-Labor und im Feld habe man den stabilen kabelgebundene 1:n-Betrieb verschiedener Zählertypen – sowohl eHZ als auch Dreipunkt-Zähler – am Smart-Meter-Gateway bereits erfolgreich nachgewiesen.
Zusätzlich will der Messdienstleister nun auch die funkbasierte Anbindung der Zähler unterschiedlicher Hersteller im Feld erproben, um das Funkverhalten der Zähler und Gateways zu untersuchen.
Wie es funktioniert
Die Zähler (moderne Messeinrichtungen) kommunizieren in einer sogenannten 1:n-Beziehung und senden die Daten für den Tarifanwendungsfall (TAF) 7 (Zählerstandsgangmessung) drahtlos an das Smart-Meter-Gateway.
Die Messwerte, die die Zähler im Kompaktprofil entsprechend den OMS-Vorgaben versenden, werden von dem Gateway erfasst und der viertelstündliche TAF 7-Wert wird daraus eichrechtskonform gebildet.
Enge Zusammenarbeit mit Gateway-Hersteller
„Es ist für uns ein absoluter Know-how-Gewinn, die Mehrzähler-Anbindung in unserer Prüfstelle und bei Endkunden unter realen Bedingungen zu testen“, so Marcus Hörhammer, Leiter Produktentwicklung und Vertrieb bei Voltaris.
„Wir arbeiten dabei eng mit dem Gateway-Hersteller PPC zusammen. Die Erkenntnisse kommen unseren Stadtwerkekunden zugute, die damit wesentlich flexibler sind und die Rolloutquoten einfacher umsetzen können.“
Von drahtgebunden zu funkbasiert
Das Smart-Meter-Gateway ist von Anfang an für den 1:n Betrieb konzipiert worden und ermöglicht schon immer die eichrechtskonforme, viertelstündliche Erfassung von Messwerten über die drahtgebundene Schnittstelle.
Mit dem OMS-Kompaktprofil sei 1:n jetzt auch mit drahtlos kommunizierenden Stromzählern möglich. Wie schon in der Vergangenheit sind auch bei der Umsetzung des Kompaktprofils Interoperabilität und Standardisierung zentrale Leitplanken. Die Zähler werden kontinuierlich anhand definierter Kompatibilitätstests qualifiziert.
Vorgaben des BSI erfüllt
Sowohl die kabelgebundene als auch die funkbasierte Anbindung über wMBus erfüllen die Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Bislang erfüllte jedoch nur die kabelgebundene Variante die Vorgaben des Eichrechts.
Mittlerweile können auch intelligente Messsysteme, die per Funk mit dem Gateway kommunizieren, den TAF 7 eichrechtskonform umsetzen. Die Gateway-Hersteller haben die dazu notwendige Erweiterung des wMBus-Funkprotokolls vorgenommen und befinden sich derzeit in der Zertifizierung beim BSI.
Wirtschaftlichkeit erhöht sich
Die funkbasierte Mehrzähleranbindung von Stromzählern senkt nicht nur Materialkosten und Montageaufwand, sie erhöht auch die Menge optionaler Einbaufälle und damit die Gesamtwirtschaftlichkeit des Smart-Meter-Rollouts.
Zudem ermöglicht sie den Stadtwerken die einfachere Umsetzung digitaler Mehrwertdienste wie Mieterstrom oder dynamischer Tarife. Ein weiterer Pluspunkt: An das Gateway können nicht nur unterschiedliche Zähler angeschlossen werden (etwa im Mehrfamilienhaus), sondern auch mehrere Messpunkte eines Letztverbraucher-Haushalts wie zum Beispiel Wärmepumpe, Elektroauto, private Ladestation und PV-Anlage. Ein solches Szenario ist in Prosumer-Haushalten immer öfter vorzufinden.
Weitere Schritte
Innerhalb der Voltaris-Anwendergemeinschaft Messsystem, in der mittlerweile mehr als 40 Energieversorger und Netzbetreiber beim Smart-Meter-Rollout zusammenarbeiten, wird die funkbasierte Mehrzähler-Anbindung in den nächsten Monaten gemeinsam erprobt und umgesetzt.
Auf der Agenda für 2024 steht außerdem die Weiterentwicklung der CLS-Services. Mit diesen kann Voltaris verschiedene Szenarien abbilden: die Infrastruktur zum Schalten und Steuern im Stromnetz, die Bereitstellung von Netzzustandsdaten nach TAF 10 und Submetering-Lösungen zur Fernauslesung und Abrechnung von Heizkosten sowie Warm- und Kaltwasserverbrauch in größeren Immobilien als Dienstleistung für die Wohnungswirtschaft. (sg)



