Öko-Stromanbieter Tibber treibt das Ausrollen intelligenter Messsysteme in Baden-Württemberg mit Messstellenbetreiber Netze BW voran. Zwar wurde bis 2020 in Deutschland von der Politik eine bundesweite Smart-Meter-Abdeckung von 80 Prozent angestrebt – de facto ist sie bei Privathaushalten weit davon entfernt. Ziel der Kooperation ist es nun, Haushalten einen ehrlichen Anreiz zum Einbau eines intelligenten Messsystems zu bieten.
Das Tibber-Konzept
Tibber-Kunden können mit intelligenten Messsystemen ihren Stromverbrauch kostensparend steuern und damit gleichzeitig zur Energiewende beitragen. Mit einem flexiblen Stromvertrag profitieren Verbraucher und Verbraucherinnen von den stündlich schwankenden Strompreisen, statt den klassischen Pauschaltarif zu zahlen. Das Angebot gilt von sofort an für alle Kunden von Tibber in Baden-Württemberg.
Die Einbaukosten der Geräte betragen nach Angaben von Tibber einmalig 116,62 Euro. Die jährliche Messstellengebühr richtet sich nach der Menge des Verbrauchs und ist gestaffelt von 23 Euro pro Jahr bei einem Verbrauch von bis zu 2000 kWh bis zu 100 Euro im Jahr bei bis zu 10.000 kWh. “Um die Energiewende weiter voranzubringen, brauchen wir einen digitalisierten, flexiblen Strommarkt. Daher ist es schön zu sehen, dass es offensichtlich noch weitere Innovatoren in der Energiebranche gibt, die diese Entwicklung mit vorantreiben wollen”, sagt Tibber-Deutschland-Chefin Marion Nöldgen.
Und weiter: “Wir freuen uns, gemeinsam mit Netze BW den verschlafenen Smart Meter-Rollout anzugehen und unseren Kunden und Kundinnen den Einbau von Smart Metern zu ermöglichen.” Die flexiblen Stromtarife von Tibber sollen den Verbrauch von Strom aus erneuerbaren Quellen genau anreizen, wenn er im Überfluss vorhanden und daher auch besonders günstig ist. Immer dann, wenn eine besonders hohe Nachfrage nach Strom mit geringem Angebot zusammenkommt, wird es hingegen teuer. Zuletzt hatten die Strompreise an den Börsen immer neue Allzeit-Rekordstände erreicht.
Hintergrund flexibler Stromtarif bei Tibber
Tibber bietet seit Mai 2020 in Deutschland einen flexiblen Stromtarif an, bei dem das Unternehmen nicht direkt am Stromverbrauch verdient, da der Einkaufspreis für Ökostrom an der Strombörse samt aller Steuern und Abgaben eins zu eins an die Kunden weitergegeben wird: Ist ein Smart Meter vorhanden auf stündlich aktualisierter Basis, ansonsten wird der durchschnittliche Monatspreis berechnet. Geld verdient Tibber über eine Gebühr von 3,99 Euro im Monat und durch den Verkauf von smarten Geräten, die dazu beitragen, den Stromverbrauch zu senken und sich steuern lassen.
Beim Einbau eines Smart Meters erhalten Tibber-Kund:innen eine Aufschlüsselung des eigenen Stromverbrauchs in der Tibber-App – beispielsweise eine tägliche Verbrauchsübersicht. Durch den Abgleich von Verbrauch und Preisen kann verbrauchsgenau abgerechnet werden, sodass am Jahresende weder Ablesungen noch Nachzahlungen erforderlich sind. Wer Geräte wie beispielsweise smarte Beleuchtung, Thermostate oder ein E-Auto besitzt, kann diese mit der Tibber-App verbinden, über diese einsehen und automatisch steuern lassen. (sg)



