Ein N-Ergie-Netz-Monteur installiert Komponenten der Breitband-Powerline-Technik an einem Kabelverteilerschrank.

Ein N-Ergie-Netz-Monteur installiert Komponenten der Breitband-Powerline-Technik an einem Kabelverteilerschrank.

Bild: © N-Ergie

Im Rahmen des Smart-Meter-Rollouts kommt künftig Breitband-Powerline (BPL) bei N-Ergie Netz zum Einsatz. Der Startschuss fiel in Nürnberg und Westmittelfranken. Die Technologie soll eine zuverlässigere Datenübertragung ermöglichen als bisher. "Die Erfahrungen mit den bislang rund 5000 installierten intelligenten Messsystemen waren durchwachsen", berichtet Andreas Fabri, Leiter Messstellenbetrieb bei N-Ergie Netz. "In bis zu 30 Prozent der Fälle war die LTE-Verbindung unzureichend." Der Mobilfunkempfang reichte nicht aus, um die gesetzlich geforderte Datenkommunikation sicherzustellen.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt setzt der Verteilnetzbetreiber nun auf die Datenübertragung über das Stromnetz. Dabei werden hochfrequente Signale auf die Stromleitungen aufmoduliert. Die gesammelten Informationen laufen in den Ortsnetzstationen zusammen und werden von dort aus weitergeleitet. Das Verfahren gilt als datensicher und technisch stabil.
 

15.000 Smart Meter bis Ende 2025 geplant

Im nächsten Schritt sollen rund 15.000 Smart Meter in der Stadt Nürnberg sowie in Westmittelfranken eingebaut werden. Die Kundinnen und Kunden werden etwa drei Monate vor dem geplanten Wechsel schriftlich informiert, eine zweite Benachrichtigung erfolgt zwei Wochen vor dem Termin.

Rechtliche Grundlage des Rollouts ist das novellierte Messstellenbetriebsgesetz, das seit Anfang 2023 in Kraft ist. Es sieht unter anderem vor, dass Haushalte mit einem Stromverbrauch von über 6000 Kilowattstunden sowie Betreiber steuerbarer Verbrauchseinrichtungen, etwa Wallboxen oder Wärmepumpen, verpflichtend mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. Gleiches gilt für PV-Anlagen mit einer Leistung ab sieben Kilowatt.

Steuerboxen ab 2026 vorgesehen

Die intelligenten Messsysteme sind zudem Voraussetzung für den Einsatz sogenannter Steuerboxen, mit denen Netzbetreiber künftig steuerbare Verbrauchseinrichtungen und dezentrale Erzeugungsanlagen direkt ansteuern können. Die Geräte sollen ab 2026 verfügbar sein und sukzessive nachgerüstet werden.

N-Ergie Netz will mit dem BPL-basierten Kommunikationssystem die Digitalisierung der Stromnetze vorantreiben und gleichzeitig die Voraussetzungen für netzdienliches Verhalten von Anlagen und Verbrauchern schaffen. (sg)

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