Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Zählermontagen in den letzten Wochen weitgehend eingestellt worden.

Aufgrund der Corona-Pandemie waren die Zählermontagen in den letzten Wochen weitgehend eingestellt worden.

Bild: © Voltaris

71 Prozent der grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) bauen aktuell “Smart Meter” ein, dennoch besteht für eine Trendwende noch großer Handlungsbedarf. Das ist das Ergebnis der Studie „Smart-Meter-Roll-out – Standortbestimmung der grundzuständigen Messstellenbetreiber“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland.

Im Vergleich zum Vorjahr (49 Prozent) sei beim Rollout eine deutliche Steigerung zu erkennen. Weitere 29 Prozent bereiten den Einsatz der iMS aktuell vor, wobei bis zur tatsächlichen Umsetzung noch mehrere Monate vergehen können, heißt es weiter.

Wirtschaftlichkeit als größte Hürde

„Mit der Rücknahme der Allgemeinverfügung im vergangenen Jahr wurde den grundzuständigen Messstellenbetreibern kurzzeitig der Druck im Rollout genommen. Durch die geplanten Regelungen des GNDEW müssen sie sich nun auf neue Herausforderungen einstellen. Die Uhr für den Smart-Meter-Roll-out tickt“, sagt Ralf Kurtz, Partner bei PwC Deutschland.

Auch wenn der Großteil der grundzuständigen Messstellenbetreiber das Smart Metering unterstützte, stünden viele vor der Frage, wie die Wirtschaftlichkeit innerhalb der Preisobergrenzen sichergestellt werden kann. 88 Prozent der Befragten nennen diesen Punkt als größte Herausforderung. Ebenso zeigen sich große Lücken bei der Anbindung und Realisierung der Tarifanwendungsfälle im ERP-System. Lediglich sieben Prozent rufen bisher die Ist-Einspeisung (TAF9), vier Prozent Netzzustandsdaten (TAF10) ab.

Was den Einbau hemmt

Neben Engpässen bei Montagekapazitäten, technischen Problemen beim Einbau oder teils fehlender Zuverlässigkeit der Smart-Meter-Gateways nannten die Messstellenbetreiber die fehlende Verfügbarkeit moderner Messeinrichtungen und kompetenter IT-Dienstleister als weitere Hürde.

Der Gesetzesentwurf will mit mehreren Punkten den Ausbau beschleunigen. Helfen soll ein gesetzlicher Zeitplan mit konkreten Vorgaben und Fristen. Mit den festen Zeitfenstern für die Implementierung steigt der Druck bei den Betreibern. Allerdings besteht auch weiterhin große Unsicherheit: „81 Prozent der Betreiber sehen auch im neuen Gesetz keine Lösung für das Problem der Wirtschaftlichkeit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das GNDEW ohne offizielle Verabschiedung keine Planungssicherheit bietet“, sagt Kurtz.

Der erwünschte Schub für den Roll-out wird nicht von allen Teilnehmern gesehen: lediglich 43 Prozent der Befragten gehen eindeutig davon aus, die im GNDEW angestrebte Roll-out-Verpflichtung von 95 Prozent eingebauten iMS bis 2030 tatsächlich zu erfüllen. In einigen Punkten sind dennoch Veränderungen zu erwarten. Beispielsweise empfindet die Hälfte der gMSB (51 Porzent) die Zusammenarbeit von Messstellenbetreibern und Verteilnetzbetreibern als wichtigen Baustein für die weitere Verbreitung der intelligenten Messsysteme.

Verantwortung der gMSB steigt

Die sich in der Überarbeitung befindende Gesetzeslage wird die gMSB verstärkt zum Handeln zwingen. Eigene Strategien müssen im neuen Kontext beleuchtet und angepasst, sowie frühzeitig technische Vorbereitungen getroffen werden. „Das Tempo für den Roll-out wird anziehen. Um den Ausbau des Smart Metering wirklich vorwärtszubringen und die Ziele bis 2030 zu erreichen, müssen die Betreiber ihre Rollout-Planung agiler gestalten“, sagt Lukas Spitalny, Manager bei PwC Deutschland.

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