Das Digimondo-Starterpaket enthält Lizenzen für die Softwarelösungen des Unternehmens, den LoRaWAN-basierten Firefly-Netzwerkserver und den Niota-Datenhub, Schulungen für Mitarbeiter, Support, mehrere Bausteine und LoRa-basierte Gateways.

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Bild: © metamorworks/AdobeStock

Steigende Mitgliederzahlen, spannende Projekte, ein neues Veranstaltungsformat: Die Entwicklungen bei Civitas Connect sind positiv. Dies bietet der Kooperationsplattform Raum für die erste Eigenentwicklung sowie für Pilotprojekte im Bereich der Digitalen Daseinsversorgung.

Über die aktuellen Entwicklungen und Themen sowie über die Veranstaltung CIVI/CON geben Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender Wuppertaler Stadtwerke und Präsident des Vereins Civitas Connect, sowie Ralf Leufkes, Geschäftsführer Civitas Connect, Auskunft.

Herr Hilkenbach, Herr Leufkes, rund ein Jahr ist es her, dass Sie von einer Neuausrichtung und Neustrukturierung der Kooperationsplattform Civitas Connect berichtet haben. Wie hat sich der Verein seitdem weiterentwickelt und wie bewerten Sie die Veränderungen in der Organisationsstruktur im Nachgang?
Markus Hilkenbach: Bei der neuen strategischen Ausrichtung und Strukturierung unserer Kooperationsplattform ging es uns im Wesentlichen um zwei Aspekte: Unseren inhaltlichen Fokus sowie unsere Ziele zu schärfen, und zweitens unseren Verein weiterzuentwickeln respektive noch attraktiver für neue Mitglieder zu machen. Die Arbeit hat sich Stand heute mehr als ausgezahlt: Deutlich schneller als erwartet haben wir unsere Mitgliederzahl auf über 50 gesteigert und Civitas Connect trägt sich seit diesem Jahr erstmals wirtschaftlich selbst. In Anbetracht der kurzen Zeit ist das ein tolles Ergebnis, das uns klar zeigt, dass wir mit den Themen Smart City und Digitale Daseinsversorgung den Nerv der Branche treffen. Bei all den aktuellen und inhaltlich wichtigen Themen ist es für uns entscheidend, eine solide betriebswirtschaftliche Basis zu haben, damit wir konstruktiv arbeiten können. Dies ist jetzt geschafft, sodass wir uns nun umso mehr auf die inhaltliche Ausgestaltung und Weiterentwicklung des Vereins konzentrieren können.

Ralf Leufkes: Da kann ich nur zustimmen. Besonders erfreulich ist zudem, dass sich Civitas Connect auch räumlich vergrößert. Allein mit unseren letzten beiden neuen Mitgliedern, haben wir zwei Bundesländer dazugewonnen: Berlin mit dem InfraLab Berlin e.V., einem Innovationslabor der Berliner Infrastrukturbetreiber BVG, BSR, BWB, Stromnetz Berlin, GASAG und der Vattenfall Wärme Berlin und Thüringen mit der Stadt Jena. Besonders freuen wir uns, dass Jena als erste Stadt ordentliches Mitglied geworden ist. Schließlich ist es unser Alleinstellungsmerkmal, dass wir Stadtwerke und Städte bei der Entwicklung und Umsetzung der Digitalen Daseinsversorgung zusammenbringen und das funktioniert nun immer besser.

Die Standardisierung von IoT Use Cases ist ein Thema, das Sie sich auf die Fahnen geschrieben haben. Gibt es hier etwas zu berichten?
Hilkenbach: Was aktuell im Bereich der IoT Use Cases passiert, würde ich in zwei Aspekte teilen: Als Verein möchten wir vor allem operative Use Cases angehen. So tauschen wir uns zu einer bestimmten Sensorik oder der besten Installationsvariante aus. Auf der anderen Seite ist das Team von dir, Ralf, zusammen mit Lenkungskreis und Mitgliedern intensiv dabei, die strategischen Smart City Themen zu besetzen. Hier geht es beispielsweise um den digitalen Zwilling oder darum, eine gemeinsame Datenplattform für die Kommune oder Stadt zu entwickeln.

Was hat es mit dieser Datenplattform auf sich?
Leufkes: Mit der Datenplattform werden wir als Verein unser erstes eigenes Produkt entwickeln und etablieren. Es geht dabei nicht nur um den Austausch oder die Dokumentation von Best Practices, sondern um eine Software, deren Entwicklungskoordination und Steuerung bei uns liegen wird. Ein spannender Aspekt ist dabei, dass das Produkt als Open Source Software, auch außerhalb des Vereins, kostenfrei genutzt und eingesetzt werden kann. Die Entscheidung darüber, wie die Datenplattform weiterentwickelt wird sowie die Sicherstellung des Supports, bleibt jedoch den Vereinsmitgliedern vorbehalten. Denn Teil der Entwicklungsgemeinschaft können nur Mitglieder werden. Damit stellen wir sicher, dass nur kommunale Akteure Teil der Community sind, sodass Unternehmen aus der freien Wirtschaft keine Möglichkeit haben, steuernd einzugreifen und auf dieses Produkt einzuwirken.

Markus Hilkenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung WSW Wuppertaler StadtwerkeBild: © Wuppertaler Stadtwerke

Markus Hilkenbach, Vorstandsvorsitzender Wuppertaler Stadtwerke und Präsident des Vereins Civitas Connect

Bild: © Wuppertaler Stadtwerke

Gibt es weitere spannende Projekte?
Hilkenbach: Ganz aktuell haben wir mit einigen Vereinsmitgliedern einen Förderantrag gestellt, der bewilligt worden ist. Hier geht es um die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung, die wir begleiten möchten. Das ist ein Beispiel, bei dem wir als Verein das Netzwerk nutzen, um gemeinsam Förderanträge zu stellen, die passend zu unseren Kernthemen sind. Besonders wichtig ist darüber hinaus auch der Fachkongress CIVI/CON, der am 20. September 2023 erstmals stattfinden wird, und zwar in der Historischen Stadthalle Wuppertal.

Was genau ist die CIVI/CON und an wen richtet sich die Veranstaltung?
Hilkenbach: Die Idee der CIVI/CON ist es, zu den Themen, mit denen sich Civitas Connect beschäftigt, einen Kongress zu etablieren, wie es ihn aus unserer Sicht in Deutschland noch nicht gibt. Der Kongress greift unsere Themen auf und richtet sich an Entscheider und Fachleute der kommunalen Welt, also Amtsträger sowie Politikerinnen und Politiker, kommunale Versorgungs- und Infrastrukturunternehmen sowie Unternehmen, mit engem Bezug zu Smart City und Digitaler Daseinsvorsorge. Diese Akteure möchten wir zusammenbringen und Ziele, Strategien und Herausforderungen miteinander diskutieren. Beispielsweise, wie die besten Lösungen für eine Stadt oder Kommune aussehen könnten. Auch wenn es am Rande eine kleine Produktausstellung geben wird: Der Fokus liegt auf dem Austausch mit Diskussionsrunden, Impulsen und Keynotes und dem Netzwerken. Wir wollen bestehenden Initiativen in vielen Kommunen und Städten eine Bühne geben. Natürlich laden wir auch dazu ein, aktiv in unserem Verein mitzuarbeiten. Über 50 Mitglieder können sich in ihrer Bewertung des Vereins nicht irren und wir freuen uns, wenn so viele wie möglich die Kooperation mitgestalten und ihre Themen mitentwickeln.
 

Leufkes: Ziel der CIVI/CON ist es, mit den handelnden Akteuren auf Bundes-, Kommunale- und Landkreisebene das Thema Digitale Daseinsversorgung öffentlich zu diskutieren und zu identifizieren, woran es aktuell noch fehlt. Hier betrachten wir die Themen nicht heruntergebrochen auf den speziellen Anwendungsfall, sondern aus der Vogelperspektive. Wir wollen feststellen, was an Handlungsrahmen fehlt, damit wir in Deutschland Lösungen erarbeiten, die wir auch wirtschaftlich entwickeln können.

Welche Ziele verfolgt Civitas Connect in Zukunft?
Leufkes: Wir wollen und müssen weiterwachsen, weil wir so noch besser in die Skalierung für unsere Mitglieder kommen. Wirtschaftlichkeit, beispielsweise bei unserer Datenplattform, gelingt nur durch Skalierung. Smart City ist ein regionales Thema, das überregional gestemmt werden muss. Dafür braucht es ein Format und unsere Antwort darauf ist die Kooperationsplattform Civitas Connect. Entsprechend müssen wir darauf achten, dass unsere Entwicklungen in verschiedenen Regionen genutzt werden können und es nicht nur Projekte für einen bestimmten Bereich sind. Es ist uns wichtig, organisch zu wachsen, sodass neue Mitglieder integriert werden können. (sg)

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