Nur ein Smart-Meter-Gateway soll dieses Jahr nach ZfK-Informationen zertifiziert werden. Demnach rechnen Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 2018 nicht mehr mit drei zertifizierten Geräten. Das heißt, dass es keine Markterklärung in diesem Jahr und auch keine Einbauverpflichtung der Gateways geben wird.
Weiter soll die Markterklärung später nicht allgemein für die im Gesetz vorgegebenen Pflichteinbaufälle ausgesprochen werden, sondern nur für die Verbrauchskunden zwischen 10 000 bis 100 000 kWh pro Jahr. Wegen der nicht vorhandenen Schaltmöglichkeit der Geräte der Generation Eins (G1) entfallen daher die Kunden mit schaltbaren Verbrauchern nach dem Energiewirtschaftsgesetz, die Erzeuger ebenso, aber auch die RLM-Kunden, erfuhr die ZfK.
Zuletzt Bewegung im Zertifizierungsprozess
Das BSI dementierte auf Nachfrage der ZfK eine solche Aussage getätigt zu haben. Zu den Fortschritten der Zertifzierungs-Verfahren einzelner Hersteller könne man sich ohnehin nicht äußern. Das Bundeswirtschaftsministerium antwortete auf die ZfK-Nachfrage nicht.
Zuletzt war Bewegung in den Zertifizierungsprozess gekommen. Gerätehersteller PPC fehlt nach der eichrechtlichen Zulassung nur noch das Schutzprofil nach Common Criteria. Dessen Zertifizierung wird im Sommer erwartet. Aktuell führt PPC den sogenannten Lebenszyklus(ALC)-Test mit vier Versorgern durch, darunter auch die Stadtwerke München.
BDEW soll Task-Force gegründet haben
Auch von anderen Geräteherstellern gab es positive Nachrichten: Landis & Gyr betreibt mit EnBW im Rahmen seiner ALC-Tests schon zwei seiner fünf Smart-Meter-Gateways im Wirkbetrieb. Sagemcom Dr. Neuhaus ging im April davon aus, in den nächsten Wochen die Baumusterprüfbescheinigung für sein Gateway zu erhalten und Theben steckte seinerzeit mitten in der eichrechtlichen Zulassung. Devolo und Discovergy äußerten sich auf der E-World, dass sie im Herbst mit ihrer Zertifizierung rechnen.
Im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) diskutierten nach ZfK-Informationen die verschiedenen Landesverbände und die Hauptgeschäftsführung bereits über das verheerenden Bild, das die Energieversorger-Welt beim Thema Smart-Meter abgeben. Der im BDEW angesiedelte Lenkungskreis Energienetze hat nach Kenntnissen der ZfK die Gründung einer Task-Force beschlossen, die über den Sommer einen praktikablen Alternativ-Vorschlag zum derzeitigen Regelungskonzept entwickeln will. (sg)



