In einem Mitte Juni stattfindenden Online-Workshops diskutierte die Anwendergemeinschaft Messsystem (AWG) die Rollout-Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre. Zudem wurden die Folgen des OVG-Urteils und die geplanten Änderungen im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) beleuchtet.
Insgesamt wird bei den bisher verbauten Anlagen eine hohe Messdatenqualität erreicht und der Messdatenversand erfolgt kontinuierlich und zuverlässig. Aufgrund der optimierten Zählpunktauswahl und der fachkundigen Montage ist die Störungsquote gering. Der Austausch der Stamm- und Messdaten erfolgt teilautomatisiert über das von Voltaris entwickelte Web-Frontend, das auch die Folgeprozesse zu externen Marktteilnehmern und zum Gateway-Administrator steuert.
Schnittstellen-Projekte zur vollautomatisierten Datenübermittlung aus dem ERP-System der Stadtwerke-Partner an die Systemlandschaft von Voltaris haben demnach bereits begonnen und sind bereits teilweise umgesetzt. Zu den Meilensteinen der letzten Monate gehören weiterhin die Ausbildung von mehr als 60 Teilnehmern zu berechtigten Personen der sicheren Lieferkette (SiLKe) in digitalen Schulungen sowie die neu konzipierten Online-Montageworkshops für die Servicetechniker der Stadtwerke-Partner.
Erfolgsfaktoren bei Einbau und Inbetriebnahme der intelligenten Messsysteme
Nach wie vor sei die der Mobilfunkempfang der kritischste Faktor beim Rollout, heißt es. Um die Monteure vor Ort zu unterstützen, hat der Messdienstleister ein komplettes Maßnahmenpaket entwickelt. Dazu gehört unter anderem die Abfrage der Providerdaten für die Anschlussobjekte, die Verwendung von Pegelmessgeräten vor Ort und die Beratung zu passenden Varianten bei der Antennentechnik. Zudem werden spezielle LTE-Smart Meter Gateways verwendet.
Ein weiteres Fazit des operativen Rollouts: Um die Rollout-Quoten zu steigern und Zutrittsverweigerungen zu vermeiden, muss der Endkunde bestmöglich über die neue Zählertechnik, gesetzliche Vorgaben und künftige Mehrwert-Funktionen informiert werden. Hilfreich dabei: Die kontinuierliche Überarbeitung der Kundenanschreiben vor dem Umbau der Messstelle.
Folgen des OVG-Urteils
Die Workshops der Anwendergemeinschaft werden regelmäßig von Fachbeiträgen externer Experten ergänzt. So stellte Jan-Hendrik vom Wege von der Kanzlei Becker Büttner Held die Folgen des OVG-Urteils und die geplanten Änderungen des MsbG vor. Seit Anfang März sorgt das Urteil über den Stopp der Einbauverpflichtung für iMSys für Diskussionen.
Auch bei den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft war die Unsicherheit zu spüren, was die Koordination des Rollouts in seiner Gesamtheit durchaus beeinflusst hat. Als Reaktion auf das Urteil will das Bundeswirtschaftsministerium nun im Rahmen der aktuellen EnWG-Novelle das Messstellenbetriebs-Gesetz anpassen. Damit wäre der Rollout wieder rechtssicher und kann weiter Fahrt aufnehmen.
„Nun wird endlich Klarheit geschaffen“, so Volker Schirra, Geschäftsführer der Voltaris. „Wir begrüßen insbesondere die geplante Bestandsschutzregelung für bereits beschaffte und verbaute Geräte, denn sie gewährleistet Investitionssicherheit und vermeidet stranded investments“, bewertet er eine der geplanten Änderungen. (sg)



