Wenig überrascht war man in der baden-württembergischen Stadt Ostfildern über die Nachricht vom Cyberangriff auf das Landratsamt Halle-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Dort hatten Hacker im Frühsommer nicht nur die Auszahlung von Leistungen wie BAFöG oder Renten lahmgelegt, sondern auch persönliche Daten gestohlen und zu Erpressungszwecken veröffentlicht. Für Rainer Lechner, den Ersten Bürgermeister der Großen Kreisstadt, „war es nur eine Frage der Zeit, bis auch kommunale Einrichtungen zum Ziel werden.“ „Daher haben wir schon seit 2016 unsere Anstrengungen in Sachen Datenschutz und bei der Datensicherheit erheblich intensiviert“.
Die erhöhten Anforderungen zur schnellen und zuverlässigen Übermittlung der Ergebnisse der bevorstehenden Bundestagswahl boten jüngst den Auslöser dafür, zusätzlich auf externen Sachverstand zu setzen. Die Wahl fiel dabei auf den Bereich „Full Kritis Service“ (FKS) der EnBW.
Umfangreicher Sicherheitskatalog für Übermittlung der Wahl-Ergebnisse
„Aktuell geht es um einen umfangreichen Katalog des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)“, erläutert Dominik Rothe, Leiter der Abteilung „Allgemeine Verwaltung“ der Zentralen Dienste. Diese Anforderungen wiederum bauen auf einem allgemeinen „Grundschutz-Profil“ für Informations-Technik (IT) in kommunalen Verwaltungen auf. „Da dieses Projekt Großteils Bausteine beinhaltet, welche der Einführung eines ISMS dienen, blicken wir schon weit über den Wahltag hinaus“.
Da bis dahin nur wenige Wochen bleiben, hatten die Experten der EnBW bereits im Juli mit einem sogenannten „Soll-Ist-Abgleich“ der städtischen IT begonnen. Die potenziellen Risiken wurden zunächst gemeinsam analysiert und auf ihre Dringlichkeit bewertet. Die ermittelten Punkte, die vor allem technischer Natur sind, werden nun in gemeinsamen Teams aufbereitet. Projektleiter Mario Kraemer baut dabei auf die jahrzehntelangen Erfahrungen der EnBW im Bereich „Kritischer Infrastrukturen“ wie Kraftwerken oder Versorgungsnetzen. Der Spezialist für IT-Sicherheit ist sich zudem sicher: „Das schaffen wir noch“.
