Das Thema Robotic Process Automation, kurz RPA, rückt auf der Agenda von Energieversorgungsunternehmen (EVU) zunehmend nach oben, sagt die Cronos Unternehmensberatung.
Hinter dem Begriff verbirgt sich nichts Anderes als Software zur Automatisierung von Prozessen. Die Roboter sind als virtuelle Mitarbeiter darauf ausgelegt, innerhalb kürzester Zeit regelbasierte Aufgaben von Menschen zu übernehmen – 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche.
Erfahrungen aus 25 durchgeführten RPA-Projekten
Zusätzliche Schnittstellen seien nicht erforderlich, da sich die RPA-Software wie ein Mitarbeiter in den gewünschten Systemen anmeldet, um die jeweiligen Transaktionen auszuführen.
Die eigene Belegschaft könne so in kürzester Zeit von monotonen Aufgaben entlastet werden und gewinne dadurch Zeit für "wertschöpfendere" Tätigkeiten. Ziel sei es also nicht, Mitarbeiter aus Fleisch und Blut zu ersetzen, sondern die Gesamtproduktivität des Unternehmens zu erhöhen.
Auf der Grundlage von 25 durchgeführten RPA-Projekten bei Versorgern durch cronos zeigte sich, dass die in bisherigen Umsetzungsprojekten festgestellten Effekte von der signifikanten Kostenreduktion über deutliche Produktivitätssteigerungen bis hin zu kürzeren Bearbeitungszeiten und geringeren Fehlerquoten reichen. Außerdem tragen sie laut der Unternehmensberatung zur Entlastung des eigenen Personals bei.
Erfolgsfaktoren der Umsetzung
Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, unterliegt die Prozessautomatisierung via RPA technisch keinerlei Grenzen. Das zeigen die bisherigen Projekterfahrungen der cronos Unternehmensberatung. Bislang seien die eigenen Berater noch auf keine Anwendung gestoßen, die sich nicht von den Software-Robotern bedienen ließe, betont Cronos.
Wichtig sei aber, dass die zu automatisierenden Arbeitsabläufe regelbasiert erfolgen, ihnen standardisiert lesbarer Input zugrunde liegt und ein IT-System involviert ist.
Prozesse seien vor allem dann für die Robotisierung prädestiniert, wenn sie bis dato stabil laufen und die Abarbeitung eine geringe Auswahl an Ausnahmen aufweist. Je mehr Sonderfälle es zu berücksichtigen gibt, desto höher ist der Implementierungsaufwand, erklärt Cronos.
"Roboter von der Stange"
Förderlich für die Akzeptanz von RPA im Unternehmen sei es zudem, wenn die spezifischen Abläufe bei den Mitarbeitern unbeliebt sind. Die größte Einsparung ergibt sich laut Cronos bei hohen Fallzahlen und im Rahmen immer wiederkehrender Aufgaben, die bisher eine manuelle Bearbeitung erforderten.
Inzwischen bietet das Unternehmen Energiemarktakteuren sogar "Roboter von der Stange". Also RPA-Lösungen, die exakt auf klassische Prozesse im EVU-Alltag zugeschnitten sind und als "Plug & Play"-Konzept mit wenig bis null Anpassungsaufwand von jedem Versorger adaptiert werden können.
Das Angebotsspektrum reiche vom Preisvergleichsroboter, der beispielsweise Rechercheaufgaben in Verivox zur Unterstützung einer optimalen Angebotserstellung übernimmt, über digitale Helferlein, die im Zuge der Änderung von Bankverbindungsdaten oder bei der Zählerstandsplausibilisierung ihre Stärken ausspielen, bis hin zu RPA-Szenarien im Umfeld von Kundenrückgewinnungskampagnen oder zur Forderungsanmeldung. (sg)



