Aufgrund einer enormen Antragsflut im Januar hat die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorläufig eingestellt.

Aufgrund einer enormen Antragsflut im Januar hat die Bundesregierung die Förderung für energieeffiziente Gebäude vorläufig eingestellt.

Bild: © Romolo Tavani/Adobestock

Von Jürgen Walk

Die Vorteile von Fernwärme liegen auf der Hand: Hohe Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit, Komfort und der Umstand, dass kein Kellerraum für die Lagerung des Brennstoffs benötigt wird. Außerdem kann Fernwärme aus verschiedenen Wärmequellen gespeist werden, beispielsweise auch auch aus erneuerbaren Energien. "Bezahlbare Fernwärme ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Wärmewende“, heißt es deswegen beispielsweise beim Bundesverband Verbraucherzentrale (VZBV).

Und oft, aber nicht immer, ist Fernwärme auch eine kostengünstige Lösung. Doch die Preise sind sehr unterschiedlich. Und an diesem Punkt enden die Gemeinsamkeiten zwischen Energiebranche und Verbraucherverbänden. So fordert der VZBV immer wieder einen "Preisdeckel". 

Gründe für Preisunterschiede gibt es viele

Die Energiebranche kennt natürlich das sensible Thema: Sie will mit Transparenz punkten und hat dazu vor gut einem Jahr die Transparenzplattform Fernwärme gestartet. Dort stellen Fernwärmeanbieter freiwillig Preisdaten zur Verfügung. Die Preistransparenzplattform ist eine Initiative der drei Branchenverbände AGFW, BDEW und VKU. Die Plattform deckt nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte des Fernwärmeabsatzes in Deutschland ab.

Gründe für Preisunterschiede gibt es viele: die Topographie, die Bevölkerungsdichte, der Netzzustand, der Anteil erneuerbarer Energien oder das Alter der Erzeugungsanlagen. Natürlich spielt es eine Rolle, wer die Kunden sind: Wer auf kurzen Wegen Großabnehmer versorgen kann, bietet vermutlich attraktivere Preise als wer die Wärme über Land in Einfamilienhäuser verteilen muss.

Der Blick auf die Transparenzplattform zeigt eine große Spanne. Für den typischen Bedarf eines Einfamilienhauses gibt es Anbieter, die für knapp zehn Cent pro Kilowattstunde Wärme liefern – es gibt aber auch solche, die mehr als 35 Cent verlangen. Der Durchschnitt liegt bei gut 17 Cent. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Im Norden und Osten der Republik ist Fernwärme tendenziell eher teuer. Brandenburg sticht besonders heraus. Dagegen ist Wärme im Süden und Westen oft eher günstiger.

Gerade im relativ teuren Brandenburg zeigt sich die Spannbreite besonders deutlich. Je nachdem, wo die Abnehmer wohnen, können sie Fernwärme für günstige 10,6 Cent beziehen – oder sie müssen mehr als 36 Cent zahlen. Im benachbarten Sachsen-Anhalt dagegen gibt es weder die Extreme nach unten noch nach oben. Zwischen knapp 15 und 22 Cent bezahlen Verbraucher dort für die Kilowattstunde – etwas mehr als der Durchschnitt, aber mit deutlichem Abstand zu den teuersten Netzen.

Einfluss auf die Preise hat auch die Netzgröße. Große Fernwärmenetze sind tendenziell billiger. Nimmt man alle Netze oberhalb 200 MW, liegt der Durchschnittspreis bei 15,6 Cent. Auch die Spannweite ist nicht so groß; die Preise bewegen sich zwischen 11 und 21 Cent.

Erwartungsgemäß spielen auch die Netzverluste eine große Rolle für die Preise. Auf der Transparenzplattform ist die Angabe der Netzverluste von einem Drittel bis zur Hälfte absolut keine Seltenheit. Gut jedes zehnte Wärmenetz liegt in diesem Bereich. Die Preise in Wärmenetzen mit solch hohen Netzverlusten liegen signifikant höher als der Durchschnitt. Sie betragen im Mittel 21,6 Cent pro Kilowattstunde.

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