NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

Bild: © Roberto Pfeil/dpa

Mit dem Einsatz von Wasserstoff will die nordrhein-westfälische Industrie auf Klimakurs kommen. Firmen wie Rheinmetall, RWE und Thyssenkrupp stellten am Montag Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) 13 Projekte vor, in die sie insgesamt vier Milliarden Euro investieren. Die Vorhaben sind Schritte hin zu einer CO2-neutralen Industrie, die für 2050 angepeilt wird.

Thyssenkrupp will klimaschonend Stahl fabrizieren, RWE arbeitet an effizienter Wasserstofferzeugung und Eon an der Umrüstung von Gasnetzen für den Transport. Der Stahlverarbeiter C.D. Wälzholz will mit Wasserstoff seinen CO2-Ausstoß in der Produktion senken. Rheinmetall wiederum beschäftigt sich unter anderem mit der Datensicherheit der Infrastruktur.

"Wettbewerber in der Welt schlafen nicht"

Nach dem Gespräch mit den Managern betonte Laschet die Dringlichkeit einer Umstellung auf klimaschonende Abläufe, damit die hiesige Industrie im globalen Wettbewerb bestehen könne. Es gehe auch um Arbeitsplätze: "Wir werden den hohen Beschäftigungsstand im Industrieland Nordrhein-Westfalen nur erhalten, wenn wir uns hier transformieren und die notwendigen Technologien nutzen", sagte der CDU-Politiker.

"Die Wettbewerber in der Welt schlafen nicht, es liegt eine große Dynamik in dem Thema", betonte Laschet. "Stück für Stück könnte, wenn wir es falsch machen, das Industrieland Deutschland und das Industrieland NRW hier verlieren." Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministers Pinkwart hat NRW gute Voraussetzungen, beim Thema Wasserstoff künftig eine führende Rolle zu spielen.

"Transformation ist sehr teuer"

Offen ist, wie stark der Staat die Industrie bei ihrer Umwandlung unterstützen muss. Nach Darstellung von Pinkwart sind zunächst die EU und der Bund gefragt, zusätzlich dazu könnten zukünftig auch Landesmittel fließen. Am 9. November will die Landesregierung ihre Wasserstoff-Strategie vorstellen und ihre Haltung konkretisieren.

Klar ist, dass die Einführung von Wasserstoff in Produktionsabläufe viel Geld kostet. "Die Transformation ist sehr teuer, es kostet uns allein bei heutigem Volumen etwa 10 Milliarden Euro in den Jahren bis 2050", sagte Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz. Man brauche hierfür staatliche Unterstützung.

240 Kilometer lange Wasserstoff-Pipelines

Zurzeit gibt es in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Staatskanzlei 240 Kilometer lange Wasserstoff-Pipelines. Zudem nutzen die hiesigen Firmen jährlich eine halbe Million Tonnen Wasserstoff und damit fast ein Drittel des industriellen Verbrauchs von ganz Deutschland. (dpa/ab)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper