Die Nationale Wasserstoffstrategie soll wie geplant am kommenden Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Das bekräftigte Thomas Bareiß, der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, im Rahmen des Symposiums "Zukunft Gas-Mobilität 2020" in Berlin. Er hätte die Strategie gerne bereits im vergangenen Jahr vorgelegt, allerdings habe man bei diesem Thema "dicke Bretter" bohren müssen. Der Entwurf werde auch jetzt noch "tagtäglich" angepasst. Grundsätzlich seien jetzt bei diesem wichtigen Thema "aber alle mit an Bord", betonte der CDU-Politiker.
Auch Klaus Bonhoff, Abteilungsleiter Grundsatzangelegenheiten im Bundesverkehrsministerium, wies Befürchtungen zurück, dass sich die bereits mehrfach verschobene Abstimmung über die Wasserstoffstrategie weiter verzögern könnte. "Ich gehe fest davon aus, dass wir die letzten kontroversen Punkte bis zum 18. März ausräumen können", sagte er.
Alle Farben des Regenbogens
In ihren Vorträgen skizzierten Bareiß und Bonhoff, wo die Reise beim Wasserstoff künftig hingehen soll. Forderungen, sich auf grünen Wasserstoff zu fokussieren, erteilte Bareiß eine klare Absage. "Blau, grau oder grün: Gerade weil wir das Thema sehr schnell vorantreiben müssen, sind wir zumindest im Moment auf alle Farben angewiesen", stellte er klar. Der Übergang zu einer grünen Wasserstoffwirtschaft sei ohne den Rückgriff auf "Grauschattierungen" nicht zu schaffen.
Klar sein müsse auch, dass Wasserstoff kein Allheilmittel sei. "Wasserstoff wird eine starke Säule der Energiewende sein, aber eben nicht die einzige", sagte Bareiß. Um die Klimaziele zu erreichen, brauche es einen Mix verschiedener Technologien und Energieträger.
Keinen Sektor ausschließen
Zugleich sprach sich der Staatssekretär für eine möglichst breite Nutzung von Wasserstoff in den verschiedensten Sektoren aus. Es sei Aufgabe der Politik, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Alles andere sei dann Sache des Marktes.
Bareiß kündigte an, dass Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft nutzen werde, um das Thema Wasserstoff auch international voranzutreiben. Es müsse darum gehen, Partnerschaften mit anderen Ländern aufzubauen, da Deutschland auf Importe angewiesen sei. Diese Notwendigkeit sieht auch Klaus Bonhoff. "So wichtig es auch ist, die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland anzureizen, muss das Thema doch europäisch gedacht werden."
Potenzial für die Verkehrswende
Wasserstoff werde auch bei der Verkehrswende eine wichtige Rolle spielen, sagte Bonhoff. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir nicht Elektronen importieren werden, sondern Moleküle, ist hoch.“ Ähnlich wie Bareiß gab sich auch Bonhoff offen für alle Farben des Wasserstoff-Regenbogens. „Wir werden an der Grenze nicht kontrollieren können, ob die Moleküle, die wir importieren, auch tatsächlich eine grüne Farbe haben." (amo)


