Von Daniel Zugehör
Eine Allianz großer Biogasunternehmen fordert von Politik und Regulierungsbehörden verlässliche Perspektiven für den Netzanschluss. Ab 2026 sollen neue Vorgaben gelten, doch noch ist unklar, wie der Zugang von Biogasanlagen zum Gasnetz künftig geregelt wird.
Für Unsicherheit sorgen gleich drei Punkte: die auslaufende Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV), die anstehende Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und die Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie. Darum haben sieben Unternehmen jetzt einen Forderungskatalog vorgelegt.
Zu der Allianz gehören die Balance Erneuerbare Energien GmbH, die DAH-Gruppe, Biogeen, die Loick AG für nachwachsende Rohstoffe, die Nexogas-Holding, Envitec Biogas sowie die Verbio SE. Zusammen betreiben die Unternehmen nach eigenen Angaben annähernd 300 Biogasanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 800 Megawatt.
Regelungslücke bedroht Netzzugang
Zentral ist die Forderung nach dauerhaft gesicherten Anschlussrechten, möglichst ohne die Regelungen aus § 33 GasNZV zu beschneiden. Ein stabiler Rechtsrahmen sei nicht nur notwendig für Investitionssicherheit, sondern auch für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Gasproduktion und die Transformation insgesamt.
Die Unternehmen betonen, dass neue Regeln sowohl den Bedürfnissen der Netzbetreiber als auch der Anlagenbetreiber gerecht werden müssen. Dazu gehörten ein diskriminierungsfreier Netzzugang, effiziente Kostenregelungen und unbürokratische Genehmigungsprozesse.
Des Weiteren fordern sie eine Fortsetzung des aktuellen Kostenverteilungsmodells: Netzbetreiber tragen 75 Prozent der Anschlusskosten, Betreiber der Anlage 25 Prozent. Zudem soll geprüft werden, ob der Eigenanteil der Anlagenbetreiber wieder – wie in früheren Regelungen – auf einen Festbetrag für den ersten Leitungskilometer begrenzt werden kann.
Vorschlag: Netzanschluss in Anlagenhand
Außerdem sollten Biogasanlagenbetreiber künftig die Möglichkeit erhalten, die Einspeiseanlage selbst zu bauen und sie nach Inbetriebnahme zum festgelegten Preis an den Netzbetreiber zu übergeben. Diese Option könne Zeit und Kosten sparen, setze jedoch klare technische Vorgaben und einheitliche Vertragsbedingungen voraus. Die Bundesnetzagentur solle hierfür ein Mustervertragspaket bereitstellen.
Auch bei der technischen Regulierung sieht die Branche Verbesserungsbedarf und verweist auf Vorbilder aus Frankreich und Italien. Dort ermöglichten weniger strenge Vorgaben an Resilienz und Betriebsführung günstigere und schnellere Netzanschlüsse, ohne Sicherheitsstandards zu gefährden, heißt es weiter.
Darüber hinaus spricht sich die Allianz für regelmäßige Überprüfungen aller Regelungen aus. Ziel müsse sein, einerseits die Transformation des Gasmarktes voranzubringen und zugleich die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Biogasanlagen sicherstellen.



