Bild: © Wojciech Wrzesień/AdobeStock

Vor einem Besuch von Kanzler Olaf Scholz in den USA hat der Branchenverband Zukunft Gas auf die Bedeutung von Flüssiggas (LNG) aus den USA hingewiesen. Vorstand Timm Kehler sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die US-Lieferungen sind weiterhin essenziell, um die EU aus der Umklammerung russischer Energieabhängigkeit zu befreien. Die US-LNG Exporteure haben in den letzten zwei Jahren Erhebliches geleistet, die russischen Gaslieferungen abzulösen. Den angekündigten Stopp der Genehmigung neuer LNG-Terminals sehen wir daher äußerst kritisch.» Negativ wirkten sich vor allem Unsicherheiten auf den Markt aus. 

Es sei «elementar wichtig», dass sich Scholz für anhaltend wettbewerbsfähige Gaspreise und damit für langfristige LNG-Lieferverträge einsetze, um so die Energiewende zu sichern, sagte Kehler. 

US-Regierung ändert Kurs

Die US-Regierung hatte angekündigt, ausstehende Genehmigungen für den Export von Flüssiggas (LNG) auf Eis zu legen. Es solle untersucht werden, wie sich Exporte auf Energiekosten, die Energiesicherheit der USA und auf die Umwelt auswirken, so das Weiße Hauses Ende Januar. Zwar gilt die Pause für Exportprojekte in alle Länder, mit denen die USA kein Freihandelsabkommen haben - die Staaten der Europäischen Union gehören dazu. Das Weiße Haus betonte jedoch, die Verbündeten der USA würden weiterhin über die bestehende Infrastruktur beliefert. 

Scholz reist am Donnerstag zu einem Kurzbesuch nach Washington. Am Freitagnachmittag ist ein Gespräch mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus angesetzt.

Steigen die Preise?

Kehler warnte vor höheren Gaspreisen in Deutschland. Dies würde auch die künftigen Gaskraftwerke treffen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Kohleausstieg absichern sollten. «Die im vergangenen Jahr errichteten und die Bau befindlichen deutschen LNG-Terminals würden in der Überzeugung geplant, dass amerikanisches LNG verfügbar sein und nach Europa geliefert werden wird. Deutschland, aber auch Europa zählen Länder darauf, dass die USA mit ihnen zusammenarbeiten, und ein verlässlicher Partner für erschwingliche Energie bleiben.» (dpa/amo)

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