Seit Dezember strömt Wasserstoff (Symbolbild).

Seit Dezember strömt Wasserstoff (Symbolbild).

Bild: © Yingyaipumi / Adobe Stock

Gascade hat kurz vor dem Jahreswechsel rund 400 Kilometer des Wasserstoff-Kernnetzes in Betrieb genommen. Dieser "zentrale Teil" des Kernnetzes erstreckt sich vom Ostseeraum bis nach Sachsen-Anhalt. Das Interesse an der neuen Leitung sei groß, erklärte der Fernnetzbetreiber jetzt gegenüber der ZfK.

Noch wird allerdings verhandelt. "Wir führen Gespräche mit Industriepartnern, die die Transportkapazitäten nutzen wollen", sagte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage.

Die Infrastruktur sei sofort verfügbar, teilte Gascade zur Inbetriebnahme im Dezember 2025 mit, und spricht von einem "entscheidenden Meilenstein" für das Kernnetz insgesamt. Dazu wurden bestehende Erdgasleitungen entsprechend umgerüstet – eine laut Geschäftsführer Ulrich Benterbusch technische Pionierleistung.

Industriekunden klopfen an

Dem Unternehmen lägen nun "etliche Netzanschlussanfragen aus dem Markt vor", so die Sprecherin weiter. "Das Interesse ist groß, da die Leitungen konkrete Dekarbonisierungsoptionen für die Industrie in den neuen Bundesländern eröffnen."

Anfragen kommen "vor allem" aus schwer zu dekarbonisierenden Industriesparten wie Chemie, Glas, Zement oder Stahl. "Aber natürlich sind auch Produzenten und Händler von Wasserstoff potenzielle Transportkunden." Namen von Unternehmen wurden nicht genannt.

Pläne über Deutschland hinaus

Gascade bezeichnete die betriebsbereite Leitung als ersten Schritt zu einer Kernnetzanbindung der Industriezentren in Süddeutschland bis zum Jahr 2029. Geplant sind außerdem Leitungen nach Polen, Tschechien und auch in Richtung Bayern und Österreich, sowohl neue als auch in Form ertüchtigter Gasinfrastruktur. Das Ganze erfolgt im Rahmen des Programms "Flow – making hydrogen happen".

Zwar gehe das Unternehmen damit in Vorleistung, betont die Sprecherin, verweist aber auf den "gesetzlich verankerten Auftrag" an die Fernleitungsnetzbetreiber. Für das Wasserstoff-Kernnetz und seine Projekte greife ein Absicherungsmechanismus des Bundes, der anfängliche Mindereinnahmen ausgleiche. "Perspektivisch gehen wir von einem erfolgreichen Hochlauf der Wasserstoff-Wirtschaft aus".

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