Der FÖS-Studie zufolge fallen durch die Verwendung von Erdgas im Wärmesektor in Deutschland jährlich Treibausgas-Emissionen in Höhe von bis zu 107,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten an.

Der FÖS-Studie zufolge fallen durch die Verwendung von Erdgas im Wärmesektor in Deutschland jährlich Treibausgas-Emissionen in Höhe von bis zu 107,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten an.

Bild: © Nadine Marfurt/Unsplash

Die Klimakosten von Erdgas sind weitaus höher als bislang angenommen und tragen "in erheblichem Maße" zu den Treibhausgas-Emissionen bei: Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau.

Demnach fielen durch die Verwendung von Erdgas im Wärmesektor in Deutschland jährlich Treibausgas-Emissionen in Höhe von 91,5 bis 107,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten an. Davon stammten 87,1 Mio. Tonnen verbrennungsbedingt aus CO2-Emissionen. 4,4 bis 20 Mio. Tonnen entwichen aus Methanleckagen.

Studienautorin: Klimafreundliches Potenzial riesig

Nach dem Schadenskostenansatz für 2021 bedeute dies, dass dadurch Klimakosten von etwa 18 bis 21 Mrd. Euro entstünden, heißt es in einer Presseaussendung. Auf die besonders klimawirksamen Methanleckagen entfielen knapp ein bis vier Mrd. Euro.

Dabei würde es genügend klimafreundliche Alternativen geben, wie Studienautorin Isabel Schrems darlegt. Das Potenzial aus Solarthermie, Biomasse, Geothermie, Umweltwärme und Abwärme aus der Industrie im Jahr 2030 liege bei bis zu 2183 TWh. Damit sei es fast doppelt so hoch wie der heutige Endenergieverbrauch im Gebäudewärmesektor.

Ausstieg aus Erdgas machbar

Zusammen mit der erwarteten weiteren Zunahme der Energieeffizienz sei sehr wahrscheinlich, dass in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts genügend erneuerbare Wärme erzeugt werden kann. Ein Ausstieg aus der Nutzung aller fossilen Energieträger im Gebäudebereich, inklusive Erdgas, machbar sei.

"Die Studie zeigt, dass die wahren Klimakosten durch Erdgas weit höher sind als der aktuelle Preis", findet Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, "denn drei Viertel dieser Kosten sind bisher nicht im Preis berücksichtigt. Diese Kosten über den Brennstoffemissionshandel schnellstmöglich einzupreisen, ist klimapolitisch dringend angezeigt und logische Konsequenz aus dem Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes."

Beispiel Dänemark

Schenuit plädiert aber auch für ordnungspolitische und planungsrechtliche Maßnahmen. "Mit kommunalen Wärmeplänen und einem Neubauverbot für Gasheizungen können dezentrale, nachhaltige Wärmenetze gefördert werden. Das wird zum Beispiel in Dänemark bereits praktiziert." (ab)

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